Posts tagged ‘Wien’

Mittwoch, 29. August 2012

Gute Werbung

Werbung wird meiner Meinung nach schwer überbewertet. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich irgendein Produkt besser verkauft, wenn man vorher nur gehörig genug davon genervt wurde in Rundfunk & TV & auf Plakaten & Inseraten. Wer kennt ihn schließlich nicht, den inneren Werbefilter, der alles ausblendet, das auch nur entfernt danach riecht, verkaufen zu wollen?

Aber für manche Sujets bin ich schon dankbar. Manche sind eindringlich oder kreativ, andere bringen mich einfach nur zum lachen.
Oder sie sind in ihrer Aussage so einleuchtend, wie die aktuelle Sujetlinie des Technischen Museums. Da les ich jedes der Plakate immer wieder gerne:

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Mittwoch, 30. Mai 2012

Dem Feuer … entgegen?

Seit Jahren stehe ich regelmäßig vor diesem verrosteten Schuld in der Beatrixgasse und versuche zu entziffern, worum es sich handelt. Da nutzt kein analoges Augenzusammenkneifen und auch kein digitales Fotografieren und Kontrast erhöhen – mehr, als dass es mit „Feuer“ beginnt und auf „entgegen“ endet, kann ich partout nicht erkennen.
Um sachdienliche Hinweise wird gebeten!

Oder um ein bisserl Fantasie 🙂

Mittwoch, 8. Juni 2011

Als der Regen kam …

Es braut sich was zusammen über dem Donaukanal ...

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Freitag, 14. Januar 2011

Bilder einer Nacht …

Ja, die Fotomuse hat mich wieder voll und ganz in ihren Fängen. Natürlich ist es völlig sinnbefreit die Welt einfangen oder Momente archivieren zu wollen, aber was solls:  ‚sinnlos is da Mensch alser ganzer‚, würde die Tante Jolesch sagen und dem schließ ich mich kurzerhand an. Außerdem ist das mit den Motiven wie narrische Schwammerl am Semmering suchen. Kaum lacht dich das erste aus der Kuhfladenperspektive an, schon sieht man sie überall. Und manche Nächte sind besonders ergiebig …

Bilder einer Nacht - Gartenbau Kino: Die Hand eines lieben Menschen im bezaubernden Licht der Sixties ...

 

Blutgasse - Lackenscharf

Hawelka - aus dem Blickwinkel des Feinhaardackels

Wäsche(runter, aber)flott?

Filmbar - spiegelkervehrt

Sonntag, 25. Juli 2010

Guter Sommerplatz, die Zweite

Guter Sommerplatz #2:

Einsamer Prater bei Sonnenaufgang

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Sonntag, 25. Juli 2010

Guter Sommerplatz

Guter Sommerplatz:

Donaukanalufer - TÜV frei über der Kloake

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Dienstag, 27. April 2010

Wie öffentlich ist der Raum?

Die Temperatur steigt langsam aber sicher wieder auf menschenfreundliche Höhen. Wurde aber auch allerhöchste Zeit! Und kaum ein Thema wächst und schrumpft derart synchron mit der Quecksilbersäule, wie die Diskussion um den öffentlichen Raum. Letzten Samstag begegnete mir diese Thematik auf Schritt und Tritt.

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Donnerstag, 7. Januar 2010

So weit das Auge blickt …

Die letzte Reise angetreten
hat nun, wo sonst tagein tagaus
die "Gute Reise" nie verhallte
der Bahnhof wird zum Geisterhaus

pietätvoll? ungeniert?
kurzerhand:
er ist krepiert!

Ja, jetzt ist es soweit. 3 Jahre lang habe ich nun, dort wo seit rund 60 Jahren der Südbahnhof stand, eine Riesenbaustelle in der Nachbarschaft.
Hofstetters Augen, eine Kunstinstallation mit Mehrwert, werde ich dabei am Meisten vermissen. Sie waren für mich das prägnanteste Merkmal dieses Bahnhofs. Zwei Stahlkugeln mit integrierten Monitoren, links und rechts vom Laufband montiert. Im 14 jährigen Dauerloop zwinkerten daraus 2 überdimensionale Augen im Minutentakt den Reisenden zu. Grad so, als wollten sie sagen „Na, wieder mal a***knapp heute, was?„.

„Einen Augenblick Zeit“, Kurt Hofstetter
Südbahnhof 1995 – 2009

75 Millionen Augenaufschläge später wurde der Südbahnhof seines Augenlichtes beraubt. Alte Damen erblinden nunmal nicht selten, bevor sie sich zur ewigen Ruhe begeben. Hofstetters Augen blinzeln nun im fernen Karlsruhe weiter. Da hängen sie im ZKM an zwar prominenter Stelle über dem Hauptportal, der hypnotische Schau-mir-in-die-Augen-Babe-Effekt ist dabei aber leider völlig vernachlässigt worden. Sehr schade drum. Den Standort sollte Peter Weibel vielleicht noch einmal überdenken …

Mittwoch, 6. Januar 2010

Ist das Kunst oder kann das weg?

Wer den Charme des Vergänglichen sucht braucht in Wien nicht erst in den 71er steigen um nach Simmering zum Zentralfriedhof rauszufahren und sich der schwierigen Wahl stellen, welche der 4 Friedhofsstationen man nun nehmen soll. Das Flanieren durchs heimische Viertel führt in den meisten Fällen an jeder Menge todgeweihter Beispiele vorbei.

Da haben wir den aufgelassenen Greißler am Eck, die gähnenden Schaufenster des Schusters vis a vis und die traurigen Ruinen des Weinhändlers am Platz. Wohin das Auge blickt sterbender Kleinhandel. Der Anblick entbehrt nicht einer gewissen Ästhetik: Vergilbte Jalousien, abblätternde Werbeplakate aus dem vergangenen Jahrhundert … das hat schon was.

Ein wahres Juwel von Kleinhandelleiche hab ich kürzlich in der Nähe des Donaukanals entdeckt:

Trösch III

Was für eine 60er Jahre Romantik! Was mag sich hier verborgen haben? Ein Feinkostladen? Ein Fleischhauer? Welche Schicksale verbergen sich hinter diesen verstaubten Fassaden, wer musste hier seinen Traum vom selbstständigen Glück begraben?

Und vor allem: Was wird mit Dir geschehen, Trösch III? Gibts hier bald eine neue No-Name Kette, noch ein Handystore oder wirst Du einfach zum Lager degradiert? Wie trostlos darf das Stadtbild noch werden?

Den Trösch III Effekt hat in Wien rund 5000 leerstehende Geschäftsportale ereilt. Doch woran liegt das, dass der Kleinhandel in Wien zum Sterben verurteilt ist? Klar, große Ketten können ihre Waren billiger verscherbeln, da kann so ein Kleinhändler nicht mithalten. Aber das allein kanns nicht sein. Wenn ich mir die Straßen in Paris und Berlin ansehe, wo der Kleinhandel nach wie vor blüht und kaum ein Supermarkt zu sehen ist, frag ich mich: Wien, was machst Du bloß derart falsch?

Liebe Stadtplaner oder sonstige Verantwortliche, nehmt Euch ein Herz und wirkt dem Disaster entgegen! Und vergesst dabei nicht, dass der Verlust der Warenvielfalt und der Hauch der Verwesung ja auch etwas mit den Menschen in dieser Stadt macht. Wo früher jeder Greißler seine selbstgemachten Schmankerl im Angebot hatte gibts jetzt minimalistischen Einheitsfraß für die Nation. Das erzeugt Einheitsmenschen, beliebig, austauschbar und so fade wie das Billa Angebot.

Ja, liebes Trösch III, was soll aus Dir werden? Könnte ichs mir leisten, würde ich aus Dir ein kleines feines Eckcafé machen. Mit 2 oder 3 hausgemachten Speisen, guter Musik und bequemen Wohnzimmerflair. Reich werden will ich damit garnicht, bloß einen kleinen charmanten Salon führen, in dem ich mich genauso wohl fühlen könnte wie meine Gäste. Aber offenbar reicht so ein Platz in Wien nicht zum Überleben.

Wien, mein Wien, irgendwas muss sich ändern!

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Schubhäftling für einen Abend

Der Wiener Justizpalast stand bislang in meinem Leben zwei mal im Mittelpunkt von Berichten, die mich tief bewegt haben. Bis vorletzte Woche war mir dabei – ein schändliches Geständnis! – noch nicht einmal bewußt, wo sich dieses Gebäude in Wien befindet. Aber dazu später …

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Dienstag, 22. September 2009

Rasen am Ring

Heute war ein ausgesprochener Blaumachtag. Pfeif auf die Arbeit! Sogar die Sonne knallte vom Himmel, als wäre sie just zum Herbstbeginn noch auf die Idee gekommen den Hochsommer auszurufen. Armes verwirrtes Ding das…

Schon das köstliches Schwertfischmenu am Naschmarkt versetzte mich in angenehm müde Trägheit. So radelte ich im Zeitlupentempo über die Ringstraße – gegen die Einbahn. Ja, denn heute konnte ich mir erlauben, was ansonsten eine sichere Notfall OP nach sich gezogen hätte. Heute gibt die Ringstraße nämlich ein ungewöhnliches Bild ab:

rasenamring14

4 Spuren und weit und breit kein Auto

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Freitag, 11. September 2009

Urbanalitäten

bim2

Die letzten Tage einer alten Bim vor einem alten Südbahnhof

Das Stadtbild verändert sich. Noch nicht mal zum Schlechten. Neue Bahnhöfe werden gebaut, groß, weit und licht. Mit glänzenden Böden, spannenden Höhen und raffinierten Lichteinfällen. Das ist doch gut! Die potthäßliche Station Praterstern sieht heute wirklich beeindruckend aus. Als Kind hatte ich dort immer schreckliche Angst vor den bösen „Kindervazahran„. Dunkel und dreckig wars. Kein guter Ort. Heute kann sich der Praterstern sehen lassen. Genauso wie die Schnellbahn Station im Arbeiterbezirk Floridsdorf, in der Genosse Gorbatschow knapp nach der Eröffnung einen Perestroika Werbespot für die ÖBB drehte. Kein Vergleich zu der düsteren Halle, die völlig von einem miefigen Bahnhofsbeisl vereinnahmt wurde, als mich mein Schulweg dort noch vorbei führte.

Und jetzt geht es eben West- und Südbahnhof und der Landstraße an den Kragen. Stahl und Glas wird dort dominieren, wo seit einem Jahr Baustelle herrscht und vorher auch keine Pracht war. Und doch … doch … sie werden mir abgehen. Jetzt, wo ich nicht mehr klein und ängstlich bin hab ich mich an die düstere Atmospäre gewöhnt, hab sie irgendwie lieb gewonnen, diese seltsame Ostblockaura in ihrer bezaubernden Hässlichkeit. Saublöd ist das. Die Welt wird schöner und mich stimmts melancholisch. Na ja, vielleicht werd ich auch einfach nur alt

Baustelle Südtiroler Platz

Baustelle Südtiroler Platz

Als Südtiroler Platz und Westbahnhof dereinst die Glanzbauten der Moderne darstellten, stellten sie die Filmkulisse der Hauptszenen in dem fast vergessenen Film „Abenteuer in Wien„. Ein schönes Exemplar Österreichischen Cine Noirs der Nachkriegszeit. (Mein DVD Exemplar hab ich ja leider jemanden geborgt. Keine Ahnung mehr, wem.) Wenn man das DVD Menu dieses Films im Dauerloop laufen lässt, sieht man immer dieselbe schwarz-weiß Szene der Verfolgung durch die Südtiroler Platz Passage (Mein unbekannter Ausborger kann das ja nun mal versuchen, ist wirklich nett). Stolz war man auf die neue Architektur, das ist spürbar im Film. Irgendwie auch keine Kunst, wenn der Rest der Stadt in Trümmern liegt, aber egal.

Gestern hab ich in gewohnt mieser Jouluhandyqualität eine Szene über dieselben Treppen gedreht.

Ein bescheidener Abschied …

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Nachtrag, 22.9.09: Wer hätts gedacht. Der liebe Ausborger hat diesen Artikel gelesen und mir prompt das Objekt der Begierde zurückgebracht. Und ebenso prompt hat sich mein miserables Gedächtnis erneut bestätigt. Abenteuer in Wien birgt nämlich nicht die schöne Fluchtszene am Südtiroler Platz. Bloß jene am Westbahnhof. Die Südtiroler Platz Szene gehört dem „Mann im Schatten“ (Wien 1961 mit Helmuth Qualtinger). Das sei nun aber eisern festgehalten und im Kleinhirn verankert, gell, Jou?

Dienstag, 23. Dezember 2008

Das Wiener AKH – Shopping Mall des Grauens

Neuerdings wird Frau von leuchtenden Pink Ribbons umzingelt, jeder Schluck aus der Mineralwasserflasche flüstert ihr ins Ohr, wie wichtig eine Vorsorgeuntersuchung ist. Brustkrebs ist schließlich kein Kuscheltier und wer seine Prachttitten schön rund halten will, soll sie regelmäßig ins Bügelbrett halten.

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Donnerstag, 4. Dezember 2008

Der Unermüdliche…

Als 14-Jährige führten mich die zarten Anfänge meiner Sturm- und Drang Phase in warmen Sommernächten oft in die Innenstadt. Ich stahl mich dann unbemerkt aus unserer Wohnung an der Peripherie der Stadt, schwang mich aufs Rad und entfloh dem heimischen Wahnsinn. 20 Minuten bis zur Donau, eine weitere halbe Stunde bis zum Zentrum, der Fahrtwind in der Nase roch wie nie zuvor nach unendlicher Freiheit. Und dann stundenlang durch die menschenleeren Gassen, jeden Winkel erkundend und der Faszination erlegen, die diese Einsamkeit und Menschenleere mitten im Herzen Wiens auf mich ausübte. Die Stadt gehörte in diesen Momenten mir allein!
Damals entdeckte ich auch das erste Mal das Phänomen der Pflückgedichte. Überdimensionalen Fliegenfallen gleich waren rund um Bäume oder zwischen zwei Straßenlaternen dicke Klebestreifen gespannt, vollgespickt mit kleinen bunten Zettelchen. Auf jeden Schnipsel in der typografischen Unregelmäßigkeit alter Schreibmaschinen ein Gedicht oder Sinnspruch. Und immer dabei Name und Adresse des Autors:
Helmuth Seethaler, Wasnergasse 43, 1200 Wien

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Mittwoch, 12. November 2008

Der Heimweg des Dottore

dottore1Ich kam in eine große Stadt,
dottore2Die manche böse Zunge hat,
dottore3Und über alles, über jeden
dottore4Hört‘ ich viel arge Dinge reden.
dottore5Die Leute schimpften …
dottore6… sich ganz unsäglich
dottore71Und lebten miteinander …
dottore8… doch erträglich.
dottore9Il Dottore
dottore10
begleitet von Wassily & Joulupukki
(Gedicht von Friedrich Martin Bodenstedt)

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Kunst im Gefechtsturm

In Wien stehen noch einige Bunker und Gefechtstürme rum. Die grauen Zwillings-Klötze mit Mauern, die zu mächtig zum Sprengen sind, lauschen mit vier Ohren der Gegenwart und erzählen – obgleich mundlos – doch von Zeiten, von denen mancher mit zwei Ohren ja doch nichts mehr hören will.

An ihrer Größe kann man das Niveau über den Meeresspiegel ablesen, die Dächer der Türme liegen auf gleicher Fluglinie. Fast alle stehen leer und ungenutzt herum, doch zwei von ihnen haben den Sprung ins Jetzt geschafft. Im Esterhazypark im 6. Wiener Gemeindebezirk beeinhaltet der Flakturm das „Haus des Meeres„, seine Außenmauer wird als Kletterwand genutzt. Und im Arenbergpark, im 3. Bezirk hat eine Außenstelle des MAK (Museum für angewandte Kunst) den Gefechtsturm besiedelt.

Letzten Sonntag haben wir dort das Gegenwartskunstdepot besucht…

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