Posts tagged ‘Gute Projektion’

Sonntag, 7. November 2010

Thumbs up für die Viennale 2010

Viennale 2010, mein Resumé:

***** Life during wartime
TODD SOLONDZ, USA 2009
Einer meiner heurigen Favoriten. Herrlich morbide Charakterstudie einer Familie mit all ihren Spleens und Perversionen, vom pädophilen Vater bis zur suizidverfolgten Schwester. Oder wie Lakritze sagen würde: „Die einzig normalen Menschen sind die, die man nicht besonders gut kennt.“ 🙂
Ein Film mit Charakteren, die man lieben oder hassen muss. Skurril, komisch und abstrus.

***** Cyrus
JAY DUPLASS, MARK DUPLASS, USA 2009
Mein zweiter Frühstücksfilm und Favorit dieser Viennale. Ein wunderschöner, sensibler und anrührender Film über das fast zu gute Verhältnis einer Mutter zu ihrem erwachsenen Sohn und der Geschichte eines Mannes, der anstatt sich aufzugeben doch beschloß sich der Herausforderung zu stellen, diese enge Symbiose zu durchbrechen. Fantastische Schauspieler. Tränen und Lachen garantiert. Manchmal gleichzeitig.

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Montag, 26. Oktober 2009

Wo bleibt die „Gute Projektion“?

Es gibt Dinge, die gehören zur Viennale, wie das Rauschen des Projektors. Eines davon sind die Serverprobleme am ersten Tag des Kartenverkaufs – gut, davon hatten wir heuer mehr als genug. Doch da wir Herrn Hurch nun offiziell „alles schimpfen dürfen„, ist schon wieder alles vergeben und vergessen (so ein Statement wünsche ich mir btw. mal vom Herrn Kanzler am Ende der Legislaturperiode…).

Ein anderes Muss ist die Viennale Zentrale im Obergeschoß der Urania. Mit Erschrecken musste ich vernehmen, dass die Zentrale heuer ins ewig stickige Badeschiff verlegt wurde. Warum denn das um alles in der Welt?!

Doch was wirklich, wirklich schlimm ist – unverzeihlich! – desaströs!! – ist die bislang völlige Abstinenz meiner Lieblings Viennale Floskel. Vor dem Film muss ein blasser junger Mann mit kargen Worten ein paar umständliche und halb fertige Sätze sagen. Das muss so sein. Die Ansage derart dilletantisch tollpatschig hinzubekommen ist auch garnicht so leicht, das braucht cineastische Kenntnisse. Da kann kein dahergelaufener Sofasurfer daherkommen, nein! Blässe, wie intellektuelles Genuschel müssen nach vielen, vielen Vorstellungen in dunklen Kinosälen riechen. Und diese Reden haben gefälligst mit einem „Gute Projektion“ zu enden. Unbedingt. Auf diese Konvention lässt sich nicht verzichten! Und was musste ich dieser Tage vernehmen? Ein läppisches „Gute Unterhaltung„. Wie bitte? Ja, wo sind wir denn hier? Beim Song Contest? Oder Wetten dass? Ist die „Gute Projektion“ aus unverständlichen Gründen in Verruf geraten?

Nein! Das Ticket Disaster verzeihe ich gern, sogar über die fehlende Urania Zentrale sehe ich grad mal so hinweg – aber auf die „Gute Projektion“ bestehe ich. Und beim nächsten „Gute Unterhaltung“ oder „Viel Spaß“ verlasse ich schreiend den Saal!