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Samstag, 29. August 2009

Am Fujiyama blüht kein Edelweiss …

Der Blitz aus Kitz ist tot. Toni Sailer, charismatische Schilegende, Filmstar der Wirtschaftswunderjahre und Schnulzensänger. Ich mag ihn, den Gentleman der österreichischen Sportwelt. Jetzt ist er gegangen, dem fünften Krebs wollte und konnte er nicht mehr die Stirn bieten.
Der ORF überträgt in einem breiten Rahmenprogramm das Begräbnis des Helden. Bilder von seiner umjubelten Rückkehr aus Cortina 1956. 3 Olympia und 4 Weltmeister Gold Medaillen hatte er damals kassiert, die Bevölkerung heißt ihm frenetisch willkommen (zu sehen in „Österreich unser Jahrhundert 1945 – 1999 Teil 1/3“ 6’07“ – 7’10“).

Doch dann zeigt sich dem verwirrten ORF Zuseher ein groteskes Bild. So skurril, dass sogar dem ORF Sprecher die Spucke wegbleibt. Nach der berührenden Rede seines Bruders Rudi Sailer wird Toni Sailer zu Grabe getragen. Das Wunderteam von Kitzbühel nimmt mit feierlich ernsten Gesichtern Stellung rund um den Sarg. Gespielt wird dazu kein Requiem, kein Trauermarsch, nein: „Am Fujiyama blüht kein Edelweiß“ donnert aus den Lautsprechern! Tonis Stimme wabbert fröhlich aus dem Jenseits durch den Äther.
Das Wunderteam windet sich …

Am Fujiyama blüht kein Edelweiß,
Du schöne Geisha lebe wohl,
Am Fujiyama blüht kein Edelweiß,
drum fahr ich lieber nach Tirol

Als ich in Japan zur Kirschblüte war,
ja das war schön,
ja, das war schön!
Gleich sprach ein Mädchen:
Oh bleib doch ein Jahr!
Da musste ich ihr gestehen …

Am Fujiyama blüht kein Edelweiß,
Du schöne Geisha lebe wohl,
Am Fujiyama blüht kein Edelweiß,
drum fahr ich lieber nach Tirol

Fällt mir daheim meine Geisha mal ein
träum ich von ihr,
träum ich von ihr.
Schön wärs zu zwein
dort im Teehaus zu sein
Aber dann sage ich mir …

Am Fujiyama blüht kein Edelweiß,
Du schöne Geisha lebe wohl,
Am Fujiyama blüht kein Edelweiß,
drum fahr ich lieber nach Tirol

Die letzten Akkorde verklingen. Betretene Stille. Nur einer findet die richtigen Worte für diesen denkwürdigen Moment.
Lasset uns beten!

Sorry, Toni!

Nachtrag I: Ich freu mich schon auf die YouTube Mitschnitte. Kaum zu glauben, der Hit des Idols der 50er und 60er Jahre  ist nämlich bis dato im ganzen weiten Netz nicht zu finden. Dass das nicht so bleibt, dafür hat er nun unfreiwillig posthum gesorgt.

Nachtrag II. – 20.9.09: Endlich! Endlich! Endlich! Das war ja eine verdammt schwere (Wieder-)Geburt! Bigrudi sei dank hat die Welt seit 14.9.09 einen Genuß mehr auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=YUipvaevfTc

Einbetten darf ich das Vid nicht, aber die heiligen Lyrics hab ich nun endlich!