Archive for ‘Italien’

Freitag, 19. August 2011

sommer 2011 – die fünfte

Don Camillo & Peppone

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Donnerstag, 19. August 2010

Gondeln wie Schäfchen

Von der Dachterrasse unseres venezianischen Domizils zu schauen bietet nicht nur einen schönen Blick auf den Campanile und die verspielten Dächer der Basilica di San Marco …

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… wirklich lustig wirds erst, wenn man hinunter auf den engen Canale zu Füßen unseres Hauses blickt. Da stauen sich stundenlang die Gondeln wie Meiers und Müllers pünktlich zum Ferienbeginn auf der Autobahn. Der Anblick der Gondolieres, die ihre langen Boote – mal mehr, mal weniger singgewaltig –  um die verwinkelten Ecken manövrieren, entbehrt nicht einer gewissen Ästhetik. Der dramarurgische Ablauf der Szene hat in all seiner langweiligen Monotonie etwas Fesselndes, Hypnotisches. Man wartet darauf, dass etwas Neues passiert, passiert aber nicht. Jede neue Gondel gleich und doch wieder ein bisschen anders. Zu gleich für Abwechslung, zu anders, um sich abzuwenden. Und so vergehen Stunden ….

eine Gondel
noch eine Gondel
eine dritte Gondel
wieder eine Gondel
erneut eine Gondel
… und …
noch eine Gondel.
Welcome to Kiffer-TV!

Dienstag, 17. August 2010

Venice, spooky – die Letzte

– no comment –

Montag, 16. August 2010

Venice, spooky, #8


»Sie bleiben, mein Herr; Sie haben keine Furcht vor dem Übel.«
Aschenbach sah ihn an.
»Dem Übel?« wiederholte er.
Der Schwätzer verstummte, tat beschäftigt,
überhörte die Frage, und als sie dringlicher gestellt ward,
erklärte er, er wisse von nichts und suchte
mit verlegener Beredsamkeit abzulenken.

– Thomas Mann, Tod in Venedig –

Sonntag, 15. August 2010

Venice, spooky, #7

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Es war unwirtlich dort.
Herbstlichkeit, Überlebtheit schien über dem einst so farbig belebten,
nun fast verlassenen Lustorte zu liegen, dessen Sand nicht mehr reinlich gehalten wurde.
Ein photographischer Apparat, scheinbar herrenlos,
stand auf seinem dreibeinigen Stativ am Rande der See,
und ein schwarzes Tuch, darüber gebreitet, flatterte klatschend im kälteren Winde.

– Thomas Mann, Tod in Venedig –

Samstag, 14. August 2010

Venice, spooky, #6


Er mußte stehen bleiben, wenn sie sich verweilten, mußte in Garküchen
und Höfe flüchten, um die Umkehrenden vorüber zu lassen; er verlor
sie, suchte erhitzt und erschöpft nach ihnen über Brücken und in
schmutzigen Sackgassen und erduldete Minuten tödlicher Pein, wenn er
sie plötzlich in enger Passage, wo kein Ausweichen möglich war, sich
entgegenkommen sah. Dennoch kann man nicht sagen, daß er litt. Haupt
und Herz waren ihm trunken, und seine Schritte folgten den Weisungen
des Dämons, dem es Lust ist, des Menschen Vernunft und Würde unter
seine Füße zu treten.

– Thomas Mann, Tod in Venedig –

Freitag, 13. August 2010

Venice, spooky, #5


Unter den verwitterten, unregelmäßig hohen Häusern in der Runde
erschien eines palastartig, mit Spitzbogenfenstern,
hinter denen die Leere wohnte, und kleinen Löwenbalkonen.

– Thomas Mann, Tod in Venedig –

Donnerstag, 12. August 2010

Venice, spooky, #4


Noch lagen Himmel, Erde und Meer in geisterhaft glasiger Dämmerblässe;
noch schwamm ein vergehender Stern im Wesenlosen …

– Thomas Mann, Tod in Venedig –

Mittwoch, 11. August 2010

Venice, spooky, #3


Er hatte nicht anders gedacht, als daß dies geschehen müsse, denn
stets hatte die Stadt ihn im Glanze empfangen. Aber Himmel und Meer
blieben trüb und bleiern, zeitweilig ging neblichter Regen nieder, und
er fand sich darein, auf dem Wasserwege ein anderes Venedig zu
erreichen, als er, zu Lande sich nähernd, je angetroffen hatte.

– Thomas Mann, Tod in Venedig –

Dienstag, 10. August 2010

Venice, spooky, #2


… im leeren, ungegliederten Raume
fehlt unserem Sinn auch das Maß der Zeit,
und wir dämmern im Ungemessenen.
Schattenhaft sonderbare Gestalten …

– Thomas Mann, Tod in Venedig –

Montag, 9. August 2010

Venice, spooky, #1

Er floh aus den drangvollen Geschäftsgassen über
Brücken in die Gänge der Armen: dort behelligten ihn Bettler, und die
üblen Ausdünstungen der Kanäle verleideten das Atmen. Auf stillem
Platz, einer jener vergessen und verwunschen anmutenden Örtlichkeiten,
die sich im Innern Venedigs finden, am Rande eines Brunnens rastend,
trocknete er die Stirn und sah ein, daß er reisen müsse.

Thomas Mann, Tod in Venedig

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Samstag, 20. März 2010

Parallelmodewelten

Kürzlich ertappte ich mich bei der Frage: „Hmmm, sollte ich mir nun lieber diesen Slip kaufen oder doch besser Urlaub auf Hawaii nehmen?„. Abwegig? Nicht, wenn man in Mailand auf Shopping Tour ist. Nun könnte man meinen, für Mittelklasseverdiener muss eine Shoppingtour in Mailand nur dann ein Vergnügen sein, wenn man auch sonst einen gewissen Hang zum Masochismus verspürt. Mitnichten! Es gibt kaum einen besseren Platz, um nach einem ausgiebigen Boutique&Shoeshop Marathon mit dem erquickenden Gefühl heimzukommen zigtausend Euro reicher zu sein.


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Freitag, 12. März 2010

Freitag, der 12.

Das Glück hat mich verlassen! Ja, ja, das klingt pathetisch, aber hey, heute darf ich. Eine Woche Mailand ist um. 5 Arbeitstage, die mitnichten von frühlingswarmen Abenden begleitet war, nein – die halbe Woche musste es schneien. In Mailand. Im März!

Aber gut, war ja nicht zum Vergnügen da, das steck ich doch mal schulterzuckend weg.

Dieser Freitag jedoch wird mir langsam unheimlich. Zur seelischen Aufarbeitung schreib ich mir mal die chronologische Liste der Mißgeschicke vom Herzen:

  1. verschlafen
  2. linke Kontaktlinse im Waschbecken runtergespült
  3. auf rechte Kontaktlinse drauf getreten
  4. kein Frühstück (wegen 1)
  5. mit demolierter Notfallbrille im Büro aufgetaucht (wegen 2 & 3), seltsame Blicke geerntet
  6. öffentlicher Verkehr wird ab 18h bestreikt, muss 2 Stunden früher zum Flughafen, kofferbepackter Slalom durch die Reihe der Demonstranten
  7. erreiche eine der letzten U-Bahnen –  in die falsche Richtung
  8. 45 Minuten im letzten überfüllten Zug stehend nach Malpensa
  9. Olivenölflasche zerbricht im Koffer, Kleidung und Schuhe baden in Olivenöl.

Der Wiener Taxler brachte es trocken auf dem Punkt: „Dabei ist doch erst morgen der 13.“
Nun gut, ich bin noch in erstaunlich ruhiger Verfassung. Das Chaos ist mittlerweile in hübsche katastrophenabgestufte Kleiderhaufen geordnet. Und Google steht mir mit einer erstaunlichen Menge mehr oder weniger seltsamer Fleckentipps zur Seite. Von Fensterreiniger über Spülmittel bis „Fleck mit Butter einreiben“ und „Fleck mit Backpulver oder Mehl bestreuen“. Den guten Ratschlag „Balsamico drauf und schnabulieren“ hab ich als Draufgabe gleich synchron von 2 lieben Freunden bekommen…
Nun, ich habe mich erstmal für die Mehlvariante entschieden. Mein Badezimmer sieht nun aus wie eine Backstube:

Positiver Nebeneffekt: die ganzen Olivenöltappser in der Wohnung wurden auch sichtbarer. Da weiß ich ja morgen gleich viel besser, wo ich putzen muss. *seufz*