Archive for ‘Politik’

Freitag, 9. September 2011

Sinnerfassung negativ

Mein Arbeitskollege D. wünscht sich von unserer Finanzministerin Dr. Maria Fekter eine Auskunft …
Zugegeben – sich von Wirtschaft & Politik klare Aussagen zu wünschen zeugt von goldigem Optimismus.
Die Antwort, die er bekam, riecht aber schon schmerzlich deutlich danach, den lästigen Bürgerpöbel mit Serienbriefschnipsel abschütteln zu wollen.
Aber vielleicht tut sich der Herr Magister im Bundesministerium für Finanzen ja auch einfach nur schwer mit sinnerfassendem Lesen:

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Sonntag, 30. Januar 2011

Schön belauscht

Seit Monaten steigert sich die allgemeine Verwunderung über die vermeintliche Dreistigkeit, mit der die selbst gewählte Mischpoche rund um unseren ehemaligen Finanzminister ihre sauberen Geschäfte abwickelt. Die Google Suche nach Grassser +’es gilt die Unschuldsvermutung‘ liefert aktuell rekordverdächtige 32100 Treffer, Zeuge eines mittlerweile fast krankhaften Schutzreflexes, um den Namen des Ex-Finanzministers noch straffrei aussprechen zu dürfen.

Nun, der Moral unserer Gesellschaft schaden solche Spielchen gewaltig. Nur gut, dass es in diesem Sumpf den Falter Journalisten Florian Klenk gibt, der sich rastlos an Grassers Fersen heftet, und die Kabarettisten Thomas Maurer, Robert Palfrader und Florian Scheuba, die im Audimax der Uni-Wien aus den polizeilichen Abhörprotokollen Grassers und Meischbergers vorlesen. Ein Abend ungewollter Komik, wenngleich dem Publikum anzusehen war, dass ihm das Lachen des öfteren in der Kehle stecken blieb …

Ausschnitte der Lesung vom 17.1. (Wiederholung am 30.1.):


Eigentlich müßig zu erwähnen, dass das Original noch immer jeden Kabarettisten um Längen schlägt. Der best geföhnte Mann des Landes pariert die moralisch erhobenen Zeigefinger der Nation derweilen nämlich gekonnt mit ‚Fanpost von Mutti‚:

p.s.: hab ich schon erwähnt, dass die Unschuldsvermutung gilt? Sowieso und überhaupt.

Montag, 23. August 2010

RED ENDLICH, Herrgottnochamal!

Ein katholischer Priester, der im Streit um die Massenabschiebung von Roma in Frankreich für einen Herzinfarkt von Staatschef Nicolas Sarkozy gebetet hatte, hat sich für sein Verhalten entschuldigt. „Ich bedauere meine Äußerungen“, erklärte Pater Arthur gestern Abend. Er wolle nicht Sarkozys Tod, er wolle lediglich, „dass Gott zu seinem Herzen spricht“.

(Quelle: ORF Online)

Dienstag, 11. Mai 2010

startschuß für die wahlplakatguerilla

Kürzlich sagte jemand zu mir „man sollte eigentlich was mit diesen Plakaten machen„, als wir an einer Reihe populistischer Demonstrationsobjekte blauäugiger Einschleimkultur vorbeiradelten. Das HC Marketing versucht es heuer mit weniger offensichtlichen Entgleisungen, Slogans a la „Deutsch statt ’nix verstehen‘“ wird man in der neuen Sujetlinie vergeblich suchen.

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Mittwoch, 21. April 2010

Für welches Amt kandidiert die Bundespräsidentschaftskandidatin?

Für welches Amt kandidiert die Bundespräsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz?“ stellte der Ö3 Mikromann letzten Sonntag die Frage zur Wahl. Dämliche Frage? Stimmt genau. Und doch gab es zumindest eine, die sie nicht beantworten konnte. Nämlich keine Geringere, als die Welser (Land) Jugendreferentin der FPÖ, also ebenjener Partei für die auch Fr. „Ohne Mut & Keine Werte“ kandidiert.

Ich hab mich ja nun lange dagegen gewehrt diese Story zu glauben. Das ist einfach zu minderbemittelt, um es nicht für billiges FPÖ-Bashing zu halten. Nicht verwundert war ich daher, als die Welser Blauen heftig dementierten, diese Frau auch nur zu kennen – Es gebe praktisch keine Frauen in leitenden Positionen bei der FPÖ Oberösterreich. Nun ja, wie man sich selbst noch k.o. schlägt, wenn man schon am Grund der Peinlichkeit angelangt ist, wissen also auch diese Herren vom heimatlichen Rechtsrand.

Mittlerweile wurde bekannt, dass es sich bei der Stimme – au weh – offenbar doch um eine FPÖ Jugendsprecherin handelt: Catrin K. aus Pennewang (Wels-Land).

Nun glaub ich es also auch. Angesichts eines solchen Auftritts kann ich mir jegliche Polemik sparen. Das Original ist einfach besser und bekräftigt mich wieder mal in meiner Meinung: Ich würde das rechte Lager als Bereicherung der österreichischen Comedyszene nicht missen wollen. Nein, nein, die haben schon ihre Daseinsberechtigung. Bloß wählen muss man sie doch deshalb noch lang nicht. Wenn diesen einfachen Grundsatz einmal 95% der ÖsterreicherInnen verstünden, könnten wir uns alle bequem zurücklehnen und herzhaft lachen.

Herzhaft gelacht hab ich aber auch bei dieser Initiative vom Kulturverein Infoladen Wels. Herzlichen Dank dafür, lieber Infoladen! Ihr habt die Welser Reputation damit schon im Vorfeld vollständig wiederhergestellt!

Sonntag, 11. April 2010

Mein rechter, rechter Platz ist frei …

Der gewöhnliche austriacus mediterraneus ist schon ein armer Hund, wenn ihm die Lust auf Meer packt. Als seichte Ersatzdroge bietet sich da nur der schlammig braune Neusiedlersee an. Na gut, dafür reicht es in den Zug vor der Haustür zu steigen und 60km nach Osten zu fahren, dafür nehm ich doch gern alle meine Phantasie zusammen und halte so einen Steppensee für den reinsten Ozean.

                                                        Hauptsache verboten!

Ich setz mich ans Ufer und sehe zu den Nachbarn am anderen Ende des Sees rüber. Da drüben, da wo nichts mehr Meer ist, dort ist Ungarn. Die massiven Gewitterwolken über mir wirken symbolisch für das, was sich am anderen Ende des Horizonts gerade ereignet: Ungarn wählt.

Am Ende dieses Tages wird sich das Land nicht nur auf der Landkarte weit rechts von uns befinden. Fast 3/4 des Landes sehen ihre Optionen nur mehr zwischen fast rechtsradikal bis ohne Zweifel rechtsextrem. Die Krise hat Ungarn schwer geschüttelt, die Sozis an der Macht werden teils verdient, teils willkürlich abgestraft und Fidesz braucht nicht mehr zu tun, als die Hand aufzuhalten und Wahlstimmen einzusacken. Wen kümmerts, dass die Partei außer einem narzistischen Personenkult und einer Handvoll markiger Sprüchlein eigentlich nur mit vollständiger Lösungsabstinenz glänzt? 52,73% zumindest mal nicht. Und weiteren 16,67% sind die Sprüchlein offenbar noch immer nicht geschmacklos genug. Armes Ungarn …

                                                        Entente am rechten Rand?

Doch – was soll schon passieren? Solange nicht die Katastrophe eintritt und Orbán im Größenwahn die Grenzen der Demokratie aufhebt nicht mehr, als eine traurige Epoche in der Geschichte unserer Nachbarn. Bei der nächsten Wahl wird rechts abgestraft und das Pendel wieder nach links ausschlagen. Zu festgefahren ist der Karren, welchen Spielraum hat die Politik da schon? Ein paar Posten schachern, ein paar Gesetze verbrechen … der Rest wird von der Wirtschaft gesteuert. Da reduziert sich jegliches Coleur auf reine Kosmetik und die Wahlstimme auf eine symbolische Aussage. Die aktuelle ungarische Kosmetikindustrie riecht halt ein wenig streng …

                                                        Da brat mir einer nen Jobbik!

Samstag, 27. März 2010

Präsidentschaftsqualen

Empfehlung des Tages:

... aber wählet den Fischer!

Samstag, 20. März 2010

Nichts mehr hinzuzufügen …

Österreich rührt zur Zeit wiedermal tief in der braunen Suppe. Hatschi macht sich zum populistischen Endspurt im Kampf um den Wiener Bürgermeistertitel auf, seine Parteikollegin Barbara „voll auf NVP-Linie“ Rosenkranz kandidiert gegen Heinz Fischer zur Bundespräsidentenwahl.

Just in dieser Landes(ver)stimmung ging letzte Woche ein Leserbrief an die Wochenzeitung Profil, der (gottseidank!) nicht nur mir aus dem Herzen spricht. Hier ein paar Auszüge, den gesamten Text gibts im Profil-Blog:

Ich heiße Marko Miloradovic. Ich wurde in einem Land geboren, das es nicht mehr gibt, weil es in einem brutalen Krieg auseinander gerissen wurde. Heute heißt das Land wieder Serbien. Ich bin 22 Jahre alt und lebe seitdem ich denken kann in meiner Stadt, in meinem Innsbruck. Ich bin Österreicher und Serbe. Für mich ist das kein Widerspruch, kein Integrationsunwille, sondern mein Leben.

Das geht an Rosenkranz & Co.: Ich werde den Teufel tun. Mein Nachname endet mit -ic, ich spreche und schreibe besseres Deutsch, als der Großteil der nationalen Gfraster. Ich habe das gleiche Recht die Berge um Innsbruck zu lieben, genauso wie ich weiter über die österreichische Fußballnationalmannschaft motzen werde. Ihr seid nicht jene, die die Heimat gepachtet haben. Die anderen sind auch noch da. Mit dem gleichen Recht nehmen wir uns die Landschaft, den Kafka, die Mentalität und nennen es “unser”. Wir nehmen uns auch das Recht dieses Land und seine weit verbreitete braune Kruste zu hassen, weil wir es lieben – ohne Flagge, ohne falschen Stolz, ohne Nostalgie und ohne Rassismus.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Schubhäftling für einen Abend

Der Wiener Justizpalast stand bislang in meinem Leben zwei mal im Mittelpunkt von Berichten, die mich tief bewegt haben. Bis vorletzte Woche war mir dabei – ein schändliches Geständnis! – noch nicht einmal bewußt, wo sich dieses Gebäude in Wien befindet. Aber dazu später …

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Sonntag, 6. September 2009

Ireland needs Europe – Europe needs Ireland

3 Tage in Dublin, noch dazu als Geschäftsreise, sind eigentlich eine Schande für einen ersten Besuch auf der grünen Insel. Kaum was gesehen, kaum ein Eindruck von der Stadt gewonnen. Nur ein Hauch. Ein Hauch grau, ein Hauch naß, ein Hauch kalt. Ein Hauch Financial District mit Glas und Stahl und kühler Eleganz. Und ein Hauch Krise dazwischen …

Ein Hauch Dublin zwischen dicken Regentropfen ...

Ein Hauch Dublin zwischen dicken Regentropfen ...

Schon mit dem flinken, kleinen Taxifahrer, der mich vom Airport zum markanten Ulster Bank Building führt, gleitet das Gesprächsthema schnell hin zur Wirtschaftslage. Die des Landes und seine eigene. Er schätzt seine Umsatzeinbußen auf ungefähr 40% ein. Mit dem Rest muss er versuchen sein Auskommen zu finden. Ob die Banker („those gamblers!“ nennt er sie und ballt seine zarte Hand dazu zu einer irischen Faust) aus der Krise etwas lernen? Wir schütteln beide im stillen Einverständnis den Kopf. „It’s all about profit, profit, profit …„, murmelt er dabei traurig vor sich hin.

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Freitag, 5. Juni 2009

Europawahlbühne für Rattenfänger

Seltsamerweise bekommen wir in letzter Zeit nur von einem Politiker Wahlwerbung zugeschickt, nämlich jenem mit den parteiblauen Augen und der Zahnpastagrinsekatzevisage. Kurzum: Von jenem meiner Landsmänner, dem ich nicht einmal die Uhrzeit glauben würde: Herrn H.C. Bumsti Strache („Wir haben doch nur Paintball gespielt„).

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Sonntag, 31. Mai 2009

Über den Umgang mit der Geschichte in Österreich

Wie sensibel mein Heimatland mit der Geschichte umgeht, zeigen derzeit wieder die Rattenfänger von der RechtVonUnsIstNurNochDieWand Abteilung FPÖ, die aktuell den ‚drohenden‘ EU Beitritt Israels zum Wahlkampfthema erheben. Ist ja auch ein schöner Köder um die antisemitischen Ressentiments der Österreicher und Österreicherinnen  einzufangen. Mir wird bei derlei Bedienung niedriger Beweggründe wiedermal nur schlecht.

Aber wo keine Geschichtsaufarbeitung, da darf man sich auch nicht wundern, dass „Politiker“ mit solchen Touren durchkommen und auch noch Erfolg haben. Ich lebe schließlich in einem Land, in dem keiner mit der Wimper zuckt, wenn z.B. nach wie vor der honorige Walther Kastner Preis ausgeschrieben wird, der als einer der bedeutendsten Preise im Bereich des Banken und Gesellschaftsrechtes gilt.

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Dienstag, 19. Mai 2009

The Unterolberndorf Manifesto

Preisfrage:
Das Unterolberndorfer Programm ist …
a) ein Programm zu Förderung der Weinviertler Jugend-Blasmusikkapellen
b) eine Initiative zur Eindämmung der massiven Landflucht Niederösterreichs
c) die Verfassung von Uganda

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Samstag, 16. Mai 2009

Triviales + Dummheit = Kollateralschaden

Nun denn, zur Abwechslung mal eine Parlamentsrede, die wirklich das reinste Vergnügen bereitet. Van der Bellen (Grüne) erteilt Strache (FPÖ) Nachhilfe in Arithmetik:

thanks@PoP Prof.Liesl und VdB for inspiration

Freitag, 15. Mai 2009

Milch – geschüttelt oder gerührt?

heinrich_heidel_20090514

Quelle: © hr, 14.05.2009

Die Guh gibt Milch und stammt aus Dillich.
Wer zuviel Milch trinkt, der bekneipt sich?

thanks@PoP|Howie Manson & Ringelnatz 4 inspiration

Donnerstag, 19. Februar 2009

Pissera Studie

Du liest den Text. Du sinnst. Du spinnst.
Du grinst – „Welch Rinds“ – Und du beginnst
wieder und wieder. Eisigkalt
kommt die Vision dir „Heilanstalt“

thanks@PoP|Mampf, elduderinoz & Ringelnatz 4 inspiration