Spannung unterm Bowler Hat

Seit 8 Jahren gibt es nun die Wiener Kriminacht und alljährlich blieb mir davon nicht mehr, als ein ärgerliches „Verdammt, wieder verpasst!„. Dabei sind mir Krimis & Kaffeehaus doch die eindeutig lieberen k&k’s.
Nun, heuer hab ichs geschafft, dank der Gastlesung des Deutsch-Niederländischen Autorenduos Thomas Hoeps und Jac Toes im Cafe Schopenhauer. Die Gelegenheit, nicht nur in ihren neuesten Krimi „Höchstgebot“ reinzuschnuppern, sondern auch Thomas Hoeps, der mir ja seit Jahren als virtueller Blogerkollege bekannt ist, auch einmal ganz oldschool analog kennen zu lernen.

Ich muss gestehen, dass ich erstmal frei jeder Erwartungshaltung der Lesung entgegensah. Zuviel Schrott ist mir auf dem Gebiet der Lokalkrimis vor Augen gekommen, an halbgaren Handlungen gepaart mit seichten Witzchen ist mein Bedarf wahrlich gedeckt und mir meine Zeit zu schade.
Umso überraschter war ich von der Qualität der Textpassagen aus Höchstgebot, die ich zu hören bekam. Ein erster Eindruck, der sich mittlerweile – ich habe das Buch auf einen Satz ausgelesen – bestätigt hat. Greifbare Charaktere und eine spannende Handlung bilden eine solide Basis, aber es waren vor allem die gut recherchierten Hintergrundinformationen zu Restaurierungstechniken und die philosophischen Ansätze der Surrealisten, die mir besonders gefallen und dem Lesevergnügen noch einen erfrischenden Mehrwert verpasst haben. Chapeau, meine Empfehlung!

Und als würde die literarische Qualität nicht ohnehin schon überzeugen, haben sich die beiden auch noch als erstklassige Entertainer entpuppt und mit ungemein viel Witz und Charme durch den Abend geführt. Das Publikum hat ihnen diesen außergewöhnlichen Einsatz mit gespannter Aufmerksamkeit während der Lesung und gut gelaunter Stimmung im Anschluß gedankt.

13 Responses to “Spannung unterm Bowler Hat”

  1. Danke für den Tipp! Da werde ich zuschlagen.🙂

  2. Hoeps und Toes sind einfach Profis – mit und ohne Hut!

  3. OK. OK. Ich gehe schon in die Buchhandlung …

  4. Das „Lügenarchiv“ hab ich auch in einem Rutsch gelesen, der neue liegt schon auf der Bettkante. Und nach diesem Bericht freu ich mich umso mehr auf die Lesung der beiden bei der Stuttgarter Kriminacht am 1. Dezember. Da ist dann auch noch die gute Mitra Devi aus Zürich am Start.

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