sistas

| : Jetzt ist es soweit – ich werde alt komme in die Jahre werde reifer werde endlich interessant (Zeit wirds aber auch!). Das merke ich zum Beispiel an dem einen oder anderen silbrigen Aufblitzern im Haar, die ich zwar immer noch vorm Aufzugspiegel versuche rauszuzupfen, aber schön langsam gewöhne ich mich auch an den Gedanken grau, nein, lieber weiß zu werden.
Und  ich merke es daran, dass bald ein neues Lebensjahrzehnt für mich anbricht – ich freu mich drauf, aber irgendwie lässt es mich auch unruhig werden. Ich möchte noch mal was ganz Neues lernen. Aber was? Singen, schneidern, schauspielern? Ein Instrument lernen? Oder tischlern, restaurieren, drechslern? Oder doch noch studieren? Politik, Journalismus, Kunst? Zuviele Interessen, auf einigen Gebieten halbwegs talentiert, aber kein „Heureka, DAS ist es!“ in Sicht. Oder den Wohnort wechseln? Für ein paar Jahre woanders hinziehen? Hach – Beinchen, hör auf zu scharren … wäre ich ein Mann, würde ich jetzt wahrscheinlich peinlich im Cabrio rumfahren und junge Schnepfen anbaggern. Aber – quack, quack, quack – soweit ists ja nun gottseidank noch lange nicht! Bis zur Midlifecrisis dauerts noch ein bisschen 🙂

Wie kam ich denn überhaupt drauf? Ach ja – eigentlich wollte ich ja vom Stadtausflug mit meiner kleinen Schwester erzählen, der Jüngsten von uns Vieren.

family matters!

Eigentlich sind es ja meine Halbgeschwister (sisters & brother from another mother), aber ich mag sie so gerne und bin so stolz auf sie allesamt, dass ich das „Halb“ immer gerne unter den Tisch fallen lasse. Und nun ist das Kücken auch schon großjährig geworden und ich freu mich, sie zum Essen und Bummeln ausführen zu dürfen. Es macht mir Spaß zu sehen, wie sie sich entwickelt hat. Kein Mädchen sitzt da mehr vor mir. Nein, eine junge Dame ist sie geworden und aus dem ungehobelten Diamanten blitzen schon die ersten Ecken und Kanten, Charme, Esprit, Persönlichkeit … das alles nimmt Formen an. Und bildhübsche obendrein! Und klug ist sie … sogar chinesisch spricht sie! Hach, meine Schwester!

Wir frühstücken im Jelinek, gehen zum Flohmarkt, stöbern in altem Kramuri und zeigen uns gegenseitig skurrile Scheußlichkeiten da oder Dinge, die wir immer schon haben wollten dort, noch ein Kaffee im Savoy, essen anschließend gediegen (das Wort des Tages!) im Motto am Fluss und sehen uns dann den 2011 fertiggestellten UNIQA Nouvel Tower an.

Die leuchtend bunte Deckeninstallation von Pippilotti Rist in der obersten Etage sticht mir schon lange ins Auge, guter Zeitpunkt sich das mal näher anzusehen!

Stilwerk bis Lumas (endlich auch in Österreich eine Zweigstelle!) in den unteren Stockwerken, die geballte Hautevolee der Innenausstattung ist hier versammelt.

Es überkommt mich wieder dieser Mailand Effekt der gesellschaftlichen Parallelwelten. 2 Läden hatten wirklich betörend schöne Stücke, den Rest empfand ich eher als Selbstbedienungsladen für Menschen mit schlechtem Geschmack und zuviel Geld (dasselbe Gefühl hatte ich aber auch erst kürzlich beim Anblick der Fotos vom Penthouse des Föhnwellenministers auf Christies). Und nach all dem Glitzer, Glas und Glüsch … äh Plüsch Exzess gings erschöpft rauf zu Pippi ins Le Loft!

Und dort blieb uns erstmal der Mund offen stehen. Denn angesichts des Ausblicks sind die schreienden Deckenfarben ziemlich verblasst. So nah hab ich das Zentrum der Stadt noch nie von oben gesehen.

Der Steffl – so bunt sieht man das Dach erst aus diesem Blickwinkel.
Türkis im Vordergrund: Herrn Elsners oft zitiertes Penthouse

Taborstraße und Milleniumtower, Blick Richtung Norden.

Urania (die wollt ich schon immer besetzen) und Finanzamt

Stubenring 1: Seit Kakanien und bis vor 70 Jahren „Kriegsministerium“, heute „Lebensministerium„.
Im Hintergrund der neue Bahnhof Wien Mitte

Zentrum, Donaukanal, Schwedenplatz, Motto am Fluss

Zu guter Letzt lassen wir den Tag am Gürtel Night Walk ausblenden. Schwesterchen hätte wohl noch ewig so weitermachen können, aber langsam werde ich müde. Na ja, ich werd halt doch schon … : |

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27 Kommentare to “sistas”

  1. cool. da oben war ich auch noch nicht, wenngleich schon oft gesehen 😉
    bisous

  2. Ach.. ich hab den Tag genauso gediegen genossen wie du und ich hoffe wir wiederholen das von Zeit zu Zeit gediegenermaßen 😛
    hab dich lieb

  3. sehr schön!
    und diese Fotowand, einfach klasse.

  4. Ein sehr schöner Beitrag zu Geschwistern, Plänen und Aussichten..
    Die Überschrift ließ sofort den Soundtrack dazu anlaufen, eines meiner Lieblingslieder für meine Schwester: http://youtu.be/hsvK8WCPj1Y

  5. …interessant. Du machst einem vielleicht Laune auf kleine Schwestern, Wien im allgemeinen und im Besonderen: so ein gediegener Kaffee mal mit Dir wäre schon schön. Schade, dass Berlin gar nicht auf dem Weg nach Italien liegt 😉

  6. WOW. Also alles. Schwester, Wien, Jou, Ausflug …
    Und die Idee mit dem Aufbruch-statt-Midlifecrisis gefällt mir.

  7. Es wird mal wieder höchste Zeit für einen Besuch in Wien.Mei, hat sich diese Schönheit verändert (ich mein jetzt die Stadt…)

    • nüsch da – fahr du nur schön brav nach Italien und lass mich dort ein Zimmer in Deiner Hacienda beziehen. Oder wir tauschen und fahren beide gegen Süden, bekommst mein Zimmer in Wien, ich fahr ins Liebliche runter. Brauch Tapetenwechsel! 🙂 Und kümmer mich im Gegenzug auch gerne um Olivenhaine.

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