Landleben …

Als überzeugte Urbanistin ist es mir mitnichten leicht gefallen, mich mit dem Landleben anzufreunden. Ich pflegte durch keine Wiese zu gehen, ohne mich regelmäßig nervös abzuwischen (Zeckenphobie!) und unter einem lauschigen Baumkronendach war an Entspannung nicht zu denken. Wenn mich nicht gerade irgendwas juckte, dann hatte ich bestimmt tränende Augen und Niesattacken. Hey, irgendeine Allergie ist doch immer griffbereit.

Einer meiner ersten Sätze dereinst im Paradies war „Könnt man da nicht ein bisschen Beton ranmachen?“ – und auch wenn der Satz ironisch gemeint war, ein Fünkchen Wahrheit war schon dran.

Nun, man konnte nicht…

Und so vergingen die Tage und Monate und meine Abneigung und Empfindlichkeit schmolzen gleichsam dahin. Bis ich mich eines Tages dabei entdeckte, wie ich mich in Sandalen durchs dicht verwachsene Dickicht kämpfte – Jou’s tödliche Mission 2012: Vernichte das asiatische Springkraut! – und kein Funken Unbehagen in mir zu finden war. Kein nervöses über die Beine streichen, keine Niesattacken, keine tränenden Augen. Lasst die Brennesseln brennen und die Bremsen beissen. Wayne?!

God praise deadly missions!

Und als Zugabe zur Versöhnung mit der Natur war ich auch ein bisschen stolz, über meinen Schatten gesprungen zu sein. Aber eins wird mich wohl immer irritieren: Muss dieses Naturdings manchmal gar so aussehen, als wärs einer Zeugen Jehovas Broschüre entsprungen?

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6 Kommentare to “Landleben …”

  1. Aber was zwingt (zwang?) Dich denn Dich in diesem Ausmaß dem Schrecklichen mit dem Hang zum Bombast auszusetzen?

  2. Brennesseln. Unterschätztes Gemüse. .)

  3. Das schreckliche an der Natur ist: sie ist so natürlich !
    Aber Du bist eine Heldin…

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