Die Weihnachtsfrau spielt mit dem Feuer …

Mein Sohn ist alt genug, dass Muttern in die WG ziehen kann„, dacht ich mir eines schönen Tages. Gesagt – getan. Seit ein paar Monaten hab ich also ein neues Zuhause und Sohnemann behält die Wohnung.

Mit Umzügen stellt sich bei mir immer auch pünktlich das Handwerkerfieber ein. Dann werden Möbel entworfen und gebaut, dazwischen viel geflucht, weil alles immer viel länger dauert, als gedacht, und im Endeffekt dann ja doch mit Freuden fertiggestellt. Von diesem Fieber profitiert zur Zeit die WG; und ich davon, dass ich meine Utopien nicht mehr alleine umsetzen muss.
Daher steht jetzt eine schöne Alt Wiener Parkbank im Vorzimmer, statt des Schmuddelsofas und der Schuhberg ist einem Ikea Hack Schuhregal gewichen, das uns, wie ich finde, besonders gut gelungen ist.

Die Bretter oben und unten sind vom Sägewerk Schuh. Mit der schönen Geschäftsstrategie „der Wald ist in der Stadt, man sieht ihn nur nicht auf den ersten Blick“ hat sich das Sägewerk auf 100 bis 200 Jahre altes Altholz aus Bahntrassen und alten Dachböden spezialisiert. Holz mit Geschichte also und das merkt man ihm richtig an.

Das Holz haben wir eigentlich nur gebürstet und kaum geschliffen. Mit einem kleinen Hang zur Pyromanie kann man sich noch richtig schön mit der Maserung spielen und die Seitenteilen der Bretter hervorheben. Klein Jou hatte dereinst diese komisch sinnlosen Kindermalbücher, bei denen man nur mit dem Bleistift drüberfahren musste und es erschienen irgendwelche Bilder. Groß Jou hat einen Bunsenbrenner. Roarrrr!
Zwischen Gewindestangen schlußendlich noch die alten Ikea Regalteile gespannt, variabel nach Lust und Laune höhenverstellbar. Et voilà: fertig ist der Ikea Hack.

Klar, wenn Profis das machen, dann sieht das nochmal anders aus, aber ich bin eigentlich schon ganz zufrieden damit 🙂

Nachtrag: Fürs Eichkatzerl noch die Parkbank:

Und als Draufgabe noch das schwebende Bücherregal:

Und mein Bücherbett:

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20 Kommentare to “Die Weihnachtsfrau spielt mit dem Feuer …”

  1. Liebste Joulu, ich bin sehr beeindruckt. Alles sehr schick!

  2. Meine Gedanken, als ich den Text las und die Bilder betrachtete:

    – auf meine alten Tag täte ich nicht mehr in eine WG ziehen. Das passiert erst, wenn ich in eine richtige Alten-WG ziehe, oder vielleicht selbst gründe (siehe dein Bild links unten). Letzteres passiert aber einfach aus Kostengründen, wenn man außerhäusliche Hilfe benötigt.
    Ich überlege, ob ich nicht genügend soziale Kompetenz besitze, weil ich mir eine WG zur jetzigen Zeit nicht mehr vorstellen kann.

    Das Schuhregal ist mit sehr viel Kreativität entstanden und könnte fast in die Massenproduktion gehen. Achtung: Gatschböcke abkratzen, sonst rieselt es dem Untermann in die Schuh. 😉

    Die Wiener Parkbank – ich liebe sie, wie die altmodischen runden Straßenlampen.

    Schwebendes Bücherbrett check ich nicht. Da muss Magie im Spiel sein. 🙂

    Bücherbrett: Sind die Haxen aus alten CDs gemacht?

    An dir ist eine Designerin verloren gegangen!

    • Wo hängt die alterwürdige Familie? Die wohnt doch hoffentlich jetzt nicht beim Sohnemann!

      • Nein, nein, Söhnchen hat ja seine eigenen Vorlieben. Im Altehrwürdigen rumstierln ist eindeutig mein alleiniges Vergnügen, die Familie hängt daher in meinem Zimmer. (In der alten Wohnung bevölkerte sie übrigens die Toilette ^^)

    • hui … Fragen über Fragen und danke für die Lorbeeren 🙂

      Ja, deine WG Gedanken haben wohl die meisten. Die erste Frage ist dann auch immer: „Und es gibt wirklich nur ein Bad und ein Klo?“
      Aber, was soll ich sagen? Ich freue mich jeden Tag sakrisch drauf heim zu kommen. Ich mag die Leute da einfach, ich mags, dass Essen gekocht wurde, wenn ich heim komme (zu 7ent kocht jeden Tag ein anderer) und ich mags, wenn meine Nachbarin Akkordeon spielt und der andere Gitarre dazu. Offensichtlich fehlen mir gewisse Berührungsängste oder ich bin schlichtweg ein Rudeltier 🙂

      Das mit den Gatschböcken stimmt. Allerdings gabs vorher ja nur genau die IKEA Schuhregale die jetzt als Zwischenetagen eingebaut sind, die irgendwie unkoordiniert in der Gegend rumstanden. Es ist also zumindest kein neues Problem.

      Das schwebende Bücherregal hab ich kürzlich nachgebaut, keine Ahnung, wem die Lorbeeren für diese clevere Idee gebühren, aber Anleitungen gibts derer bereits einige im Netz. Hier z.B.

      Bücherbett: Das hab ich schon vor einigen Jahren entworfen und gebaut. Und ja, CDs auf Gewindestangen (weil mir der Lichtschimmer so gefällt beim durchschauen). Hatte anno dazumal ein Mail rundgeschickt, man möge seine kaputten CDs doch mir geben, statt sie wegzuschmeißen. Innerhalb kürzester Zeit hätte ich mich dann in CD Bergen begraben können 😦 Die Letzten Kisten voll CDs habe ich jetzt erst beim Umzug entsorgt.

  3. Klasse sind sie geworden, deine Arbeiten!
    Auf die Idee, nach Parkbankteilen zu fragen, wäre ich nie gekommen…

  4. Vor dem Fotografieren noch schnell unterm Bücherbett gesaugt… ?

  5. Die schuhschen Bretter gefallen mir, der altmodische Schraubhaken passt dazu.

  6. Damit wäre ich auch zufrieden. Gibt es noch ein Bild von der Parkbank? Und hast Du die entwendet? Wenn ja, wie denn das um Himmels Willen?

    • Bitteschön, Bild von der Parkbank ist oben extrigst für Dich hinzugefügt. Und dann noch ein paar Goodies dazu.
      Die Bank haben wir natürlich nicht geklaut, Parkbank klauen ist böse, die gehören der Allgemeinheit. Stattdessen hab ich das magistratische Stadtgartenamt angeschrieben und sie gefragt, was sie denn z.b. mit den demolierten Parkbänken machen und ob sie uns da nicht eine verkaufen könnten, weil wir sie doch nicht stehlen wollten. Und prompt bekam ich die gußeisernen Seitenteile zu einem Bussipreis verkauft. Das Holz dazu ist wieder aus der Schuh’schen Schatzkammer.

  7. den eigenen alltag dokumentieren ist das neue roarrrr – erleben, eben ~ ganzganz toll!!

    • na ja, sollte ich mal eine Artikel mit „Heute bin ich um 7 Uhr aufgestanden. Dann bin ich ins Bad gegangen und …“ beginne, dann brems mich bitte ien, ja? 🙂

  8. Die Jou mit dem Bunsenbrenner. Roarrrr. Roarrrr. Roarrrr. Und schön. Da wird der Sohnemann aber neidisch werden. Über die neue Ausstattung.

  9. …yeah! nächstes mal kann ich noch viel mehr schuhe mitbringen! wird aber ne herausforderung – höhenverstellbar, da wären ein paar ballerinas ja verschwendung.
    bin jedenfalls schwerstens beeindruckt!

    buenas noches

    cl

    • oooch. alles nur eine frage der menge. so 200 bis 300 ballerinas werden wir da schon unterbringen. in jeder webfarbnuance ein paar 🙂
      freu mich schon auf den nächsten besuch!

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