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Samstag, 5. März 2011

Pietätlose Idylle

Über trockenes Gras spazieren. Es wartet genauso ungeduldig auf den Frühling, wie ich.
Das sehe ich ihm an…
Ein Boden in den Farben des Ende des Winters. Damals war er mit Blut getränkt.
Das sehe ich ihm nicht an.

Ich hole mir die Bilder vor mein geistiges Auge. Grobe Bilder in schwarz weiß, abgewetzt von Blicken, die nach Verstehen suchen. Doch wenn ich den Ort auf mich wirken lasse, dann spüre ich nichts, als Verwunderung. Wie ein Unbehagen darüber, dass das Große, das Unbeschreibliche, das Dämonische dieser dunklen Zeit nicht hängen blieb an diesen Felsen, nicht zu sehen ist auf dieser Erde, nicht spürbar ist in dieser Luft.

Wie der Nebel im Steinbruch hängt und die Sonnenstrahlen durchblinzeln. Wie der Fels mit dem Eiswasser Rohrschachbilder malt. Über denselben Fels stürzten einst Menschen, gestoßen von anderen Menschen, die dem Hang dann den Namen Fallschirmspringer Wand gaben.



Ich seh mir den Platz an und er ist einfach nur … schön. Und ich ringe mit der Frage „ja, darf er denn das?„. Doch was ist, muss nicht dürfen. Was ist, ist. Und letztendlich kalmiere ich mein Unbehagen mit der Vorstellung der Natur, die mich hier verhöhnt, mir bildlich zeigt, wie wenig es sie schert, wenn wir Deppen uns gegenseitig umbringen.

Und recht hat sie …