(big) brother, where are thou?

am bahnhof – der zug fährt bald ab – eilig ein paar instant nudeln eingesogen – an sich schon ein fehler …
ein blick durch die halle – das erste auge blickt dich an – dann ein zweites – drittes …
stielaugen wohin du blickst – du zählst und zählst …
beim zweiten dutzend legst du langsam die stäbchen weg – das essen schmeckt fahl.
zur eigenen sicherheit verunsichert – verfolgt, observiert und in pixel gebannt
und langsam, langsam graut dir vor der zukunft
(und vor den instant nudeln sowieso)

Suchbild (klick ins Bild für eine scrollfreie Ansicht):

oh big brother, where are thou?

Auflösung:
(klick ins Bild für eine scrollfreie Ansicht)

35 kameras allein aus diesem blickwinkel.

feel save enough now?

Nachtrag:
Soeben entdeckt -> ORF Artikel vom 22.09.2006:

„Nun wird auch Westbahnhof überwacht
Seit Freitag wird der Westbahnhof von der Polizei mit Videokameras überwacht. Nach dem Schwedenplatz und dem Karlsplatz ist dies der dritte Platz in Wien, der mit Polizeikameras rund um die Uhr überwacht wird.

Drei Kameras vor allem gegen Diebe
Konkret geht es um den Bahnhofsvorplatz und den Parkplatz an der Felberstrasse. Hier habe es zuletzt eine Häufung von Diebstählen gegeben, hieß es bei der Polizei. Drei Kameras sind hier nun als Abschreckungsmaßnahme auf Lichtmasten installiert worden.

Die Aufzeichnungen werden nach 48 Stunden gelöscht. Weiter verwendet werden sie nur, wenn etwas passiert. ann wertet die Polizei die gespeicherten Daten aus.“

Hmmm … Ende 2006 warens noch 3, Anfang 2011 sinds 35 + x. Da gibts irgendwo ein Nest …

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8 Kommentare to “(big) brother, where are thou?”

  1. Tja. Tragt mehr Hüte … (Habe gelesen, die machen der Gesichtserkennung wirklich zu schaffen — vor allem die schönen, klassischen mit den breiten Krempen …)

  2. Ist ja wirklich der Hammer, wieviele dort hängen (Suchbild-Panorama sei Dank!)!
    Aber hier fallen mir auch immer mehr Kameraaugen auf, man kann ihnen nicht entkommen.
    Die einzige stille Hoffnung, die ich hege, ist jene, dass sie soviel Material nicht dauerhaft speichern können…

    • Dauerhaft werden diese Daten sicher nicht gespeichert. Zumindest schätze ich das als wenig praktikabel ein. Interessant sind solche Überwachungen wohl vorrangig in Kombination mit Gesichtsscannern. Deshalb fällt auch auf, dass an neuralgischen Punkten, wie z.B. den Abfahrts/Ankunfts Anzeigetafeln gehäuft Kameras mit Fokus aufs Gesicht angebracht sind (das 2006er Ursprungsargument „3 Kameras gegen Diebe“ entpuppt sich da peinlich deutlich als Scheinargument). Dann reicht ein eingescanntes Bild von Dir und die stadtweite Suche ist schnell fündig. Klar – eine feine Sache beim pösen Terroristen X, aber wer sagt welches Gedankengut und welche Handlungen morgen als systemgefährdent gelten?
      Na was solls – ändern werden wirs wohl kaum, was möglich ist, wird auch gemacht und Paranoia nützt einem dann auch herzlich wenig. Aber leicht unwohl darf einem beim Gedanken daran schon mal werden …

  3. Sind alles nur Dummies. 😉
    wie soll das funktionieren? da sitzt ein wachter hinter dem bildschirm mit 35 mini bildern und schaut, ob jemand einer oma wie mir das brieftaschl aus dem taschl zieht?
    oder werden die vorgänge aufgenommen und dann, wenn mir das taschl zogen worden ist, zeige ich den polizisten wo ich genau gestanden bin und dann holen sie die aufzeichnung aus dem kastl und erkennen darauf gar nichts, weil da so viele leut um mich herumgestanden sind.
    von mir aus können noch hundert kameras da montiert sein. in diesem fall möchte ich sie aber an die stadtverwaltung verkaufen. her mit der marie!

    ich glaube das ganze hilft oder schadet einen tineff!
    (jössas, heute bin ich wieder total auf no future unterwegs)

    • Ich fürchte viel mehr, es schadet wohl – aber eben genau den Falschen. Die vermeintliche „Achse des Bösen„, die in den cerebralen Platzhaltern dann wahlweise mit ‚Terroristen‘, ‚Bettlern‘, ‚Dieben‘ oder wahlweise anderen populären Feindbildern (‚Raucher‘, ‚Schwarzfahrer‘, ‚Bartträger‘, ‚Hundeführerscheinverweigerer‘ …) aufgefüllt werden soll, hält da sicher nur als Alibi her. Aber das gesellschaftliche Sicherheitsgefühl geht dabei den Bach runter. Die Kriminalität sinkt und die Angst vor Kriminalität steigt. Und wem nutzts im Endeffekt?

  4. Rechts oben wäre eine Stelle für eine Kamera noch frei.

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