Бегемот fährt wieder schwarz …

Bulgakow meets Spiegel Online?

Besdomny konzentrierte sich auf den seltsamen Kater. Dieser erstieg das Trittbrett eines Triebwagens der Linie A an der Haltestelle, schob frech eine aufquietschende Frau weg, hielt sich an der Griffstange fest und versuchte sogar, der Schaffnerin durch das wegen der drückenden Hitze offenstehende Fenster zehn Kopeken zuzustecken.

Eine Katze, die sich in einen Zug eingeschlichen hatte, hat in Neuseelands Hauptstadt Wellington für Chaos im Bahnverkehr gesorgt.

Das Verhalten des Katers verdatterte Besdomny so sehr, daß er starr neben einem Lebensmittelgeschäft an der Ecke stehenblieb, wo er abermals, doch weit mehr noch, verdattert wurde durch das Verhalten der Schaffnerin. Diese hatte nämlich kaum den einsteigenden Kater entdeckt, als sie geradezu wutzitternd loszeterte:
»Kater dürfen nicht mitfahren! Sie haben keinen Zutritt! Husch! Steig ab, sonst ruf ich die Miliz!«

Als der Lokomotivführer die Katze einfangen wollte, kratzte das Tier diesen so sehr, dass er ärztlich behandelt und durch einen anderen Fahrer ersetzt werden musste, wie die Zeitung „The Wairarapa Times Age“ heute unter Berufung auf die Bahngesellschaft KiwiRail berichtete.

Weder die Schaffnerin noch die Fahrgäste waren vom Wesentlichen befremdet: Daß ein Kater die Straßenbahn bestieg, war ja halb so schlimm, aber daß er selbst bezahlen wollte!

KiwiRail-Sprecher Nigel Parry sagte, das sei ein „sehr ungewöhnlicher“ Vorfall. Der Fahrer habe ihm gesagt, er arbeite seit vier Jahrzehnten bei der Bahn, aber nie zuvor sei er von einer Katze angegriffen worden.

Der Kater indes war nicht nur zahlungsfähig, sondern auch diszipliniert. Beim ersten Schrei der Schaffnerin stellte er den Angriff ein, stieg vom Trittbrett, hockte sich an der Haltestelle hin und strich mit dem Zehnkopekenstück den Schnurrbart.
Kaum aber hatte die Schaffnerin die Leine gezogen und die Straßenbahn sich in Bewegung gesetzt, da tat der Kater das, was jeder tut, der aus der Straßenbahn gejagt wird und doch mitfahren muß. Er ließ die beiden Anhänger an sich vorbeirollen, sprang hinten auf, krallte sich mit der Pfote an einen Schlauch fest, der aus der Rückwand kam, und fuhr, den Zehner sparend, davon.

Der blinde Passagier sei eingefangen worden, nun werde der Besitzer gesucht.
Angst vor einer Strafe braucht der Katzenhalter nicht zu haben, wie Parry betonte: „Wir versichern, dass wir kein Bußgeld von ihm verlangen werden.

Dem Teufel sei dank … 😉

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9 Kommentare to “Бегемот fährt wieder schwarz …”

  1. Es ist halt wieder an der Zeit…

  2. Бегемот war schon immer eine meiner Lieblingsfiguren aus Meister und Margarita.
    Ein kleines Detail am Rande:
    das russische „Бегемот“ heißt auf Deutsch „Nilpferd“.

  3. So eine schöne Geschichte…

  4. Herzlich willkommen zurück aus der selbstgewählten Auszeit … und das gleich mit einer Geschichte in der gewohnten und lange vermissten Güte.

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