Venice, spooky, #6


Er mußte stehen bleiben, wenn sie sich verweilten, mußte in Garküchen
und Höfe flüchten, um die Umkehrenden vorüber zu lassen; er verlor
sie, suchte erhitzt und erschöpft nach ihnen über Brücken und in
schmutzigen Sackgassen und erduldete Minuten tödlicher Pein, wenn er
sie plötzlich in enger Passage, wo kein Ausweichen möglich war, sich
entgegenkommen sah. Dennoch kann man nicht sagen, daß er litt. Haupt
und Herz waren ihm trunken, und seine Schritte folgten den Weisungen
des Dämons, dem es Lust ist, des Menschen Vernunft und Würde unter
seine Füße zu treten.

– Thomas Mann, Tod in Venedig –

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2 Kommentare to “Venice, spooky, #6”

  1. Hach… wo sind die grauen Katzen, die nachts angeblich alle grau sind? Hier wären sie grau-golden…

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