Archive for April, 2010

Freitag, 30. April 2010

Der Schritthaltekäfer

Als ich Freitag von einem befreundeten Fahrradtouristenterroristen mit dem Worten „Mein Arzt hat mir nach der Miniskusoperation Bewegung empfohlen“ zum Radfahren nach der Arbeit eingeladen wurde, empfand ich das doch mal als feinen Start ins Wochenende. Schließlich habe ich mich heuer endlich dazu durchgerungen keinen Schiß mehr vor Taxifahrern zu haben und mir ein wunderbares neues Rad zugelegt. Juchee, ich bin wieder dabei!

Tja, wer konnte auch ahnen, dass man derart unterschiedliche Ansichten von Radfahren haben kann? Die vermeintlich gemütliche Ausfahrt führte dann schnurstracks den Kahlenberg rauf. Ich kam grad noch zum schlucken und kurz „Ähm, und der Miniskus?“ einwenden, da war ich schon dabei mich den halben Berg hochzuquälen. Das heißt natürlich es keuchend und japsend raufzuschieben und einem dutzend knackiger Männerpopos in androgyn engen Höschen hinterherzublicken. Und nein – das tröstete mich kein bisschen.

Bloß mit einem konnte ich halbwegs Schritt halten:

Mein Schritthaltekäfer, ein wahrer Freund!

Mit vollem Namen heißt er Limnocarabus Maacki Morawitz. Wir haben uns für nächstes Wochenende zum gemütlichen Grashalmnagen verabredet. Ohne Fahrradterroristen, die fahren nämlich nicht in unserer Liga.

Dienstag, 27. April 2010

Wie öffentlich ist der Raum?

Die Temperatur steigt langsam aber sicher wieder auf menschenfreundliche Höhen. Wurde aber auch allerhöchste Zeit! Und kaum ein Thema wächst und schrumpft derart synchron mit der Quecksilbersäule, wie die Diskussion um den öffentlichen Raum. Letzten Samstag begegnete mir diese Thematik auf Schritt und Tritt.

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Sonntag, 25. April 2010

Das Nichts so schön …

                          „was fotografierst du da?
                                                                                    „nichts
schön




Samstag, 24. April 2010

Heute in Wien, 24.4.2010

Freitag, 23. April 2010

Heute in Wien, 23.4.2010

Mittwoch, 21. April 2010

Für welches Amt kandidiert die Bundespräsidentschaftskandidatin?

Für welches Amt kandidiert die Bundespräsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz?“ stellte der Ö3 Mikromann letzten Sonntag die Frage zur Wahl. Dämliche Frage? Stimmt genau. Und doch gab es zumindest eine, die sie nicht beantworten konnte. Nämlich keine Geringere, als die Welser (Land) Jugendreferentin der FPÖ, also ebenjener Partei für die auch Fr. „Ohne Mut & Keine Werte“ kandidiert.

Ich hab mich ja nun lange dagegen gewehrt diese Story zu glauben. Das ist einfach zu minderbemittelt, um es nicht für billiges FPÖ-Bashing zu halten. Nicht verwundert war ich daher, als die Welser Blauen heftig dementierten, diese Frau auch nur zu kennen – Es gebe praktisch keine Frauen in leitenden Positionen bei der FPÖ Oberösterreich. Nun ja, wie man sich selbst noch k.o. schlägt, wenn man schon am Grund der Peinlichkeit angelangt ist, wissen also auch diese Herren vom heimatlichen Rechtsrand.

Mittlerweile wurde bekannt, dass es sich bei der Stimme – au weh – offenbar doch um eine FPÖ Jugendsprecherin handelt: Catrin K. aus Pennewang (Wels-Land).

Nun glaub ich es also auch. Angesichts eines solchen Auftritts kann ich mir jegliche Polemik sparen. Das Original ist einfach besser und bekräftigt mich wieder mal in meiner Meinung: Ich würde das rechte Lager als Bereicherung der österreichischen Comedyszene nicht missen wollen. Nein, nein, die haben schon ihre Daseinsberechtigung. Bloß wählen muss man sie doch deshalb noch lang nicht. Wenn diesen einfachen Grundsatz einmal 95% der ÖsterreicherInnen verstünden, könnten wir uns alle bequem zurücklehnen und herzhaft lachen.

Herzhaft gelacht hab ich aber auch bei dieser Initiative vom Kulturverein Infoladen Wels. Herzlichen Dank dafür, lieber Infoladen! Ihr habt die Welser Reputation damit schon im Vorfeld vollständig wiederhergestellt!

Dienstag, 20. April 2010

Heute in Wien, 20.4.2010

Sonntag, 18. April 2010

Die ganze Wahrheit …

Ja, hart ist es dieser Tage, wenn der Mensch – die Sau – wieder mal einsehen muss, dass er baden gehen kann mit seiner ganzen schönen Technologie, wenns Mama Natur mal keinen Spaß macht mitzuspielen. Dann reicht ein Rülpser von ihr und wir schauen durch die Finger. Einschlägige Boulevardblätter sprechen in blumiger Sprache von „Schlammkügelchen“, die es regnen wird und auf den Flughäfen stauen sich die Urlaubswütigen mit einem „das ist jetzt uuur gemein“ auf der vorgeschobenen Unterlippe.
Nun, studierte Islandtrollologen wie ich, wissen es natürlich besser.

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Sonntag, 11. April 2010

Mein rechter, rechter Platz ist frei …

Der gewöhnliche austriacus mediterraneus ist schon ein armer Hund, wenn ihm die Lust auf Meer packt. Als seichte Ersatzdroge bietet sich da nur der schlammig braune Neusiedlersee an. Na gut, dafür reicht es in den Zug vor der Haustür zu steigen und 60km nach Osten zu fahren, dafür nehm ich doch gern alle meine Phantasie zusammen und halte so einen Steppensee für den reinsten Ozean.

                                                        Hauptsache verboten!

Ich setz mich ans Ufer und sehe zu den Nachbarn am anderen Ende des Sees rüber. Da drüben, da wo nichts mehr Meer ist, dort ist Ungarn. Die massiven Gewitterwolken über mir wirken symbolisch für das, was sich am anderen Ende des Horizonts gerade ereignet: Ungarn wählt.

Am Ende dieses Tages wird sich das Land nicht nur auf der Landkarte weit rechts von uns befinden. Fast 3/4 des Landes sehen ihre Optionen nur mehr zwischen fast rechtsradikal bis ohne Zweifel rechtsextrem. Die Krise hat Ungarn schwer geschüttelt, die Sozis an der Macht werden teils verdient, teils willkürlich abgestraft und Fidesz braucht nicht mehr zu tun, als die Hand aufzuhalten und Wahlstimmen einzusacken. Wen kümmerts, dass die Partei außer einem narzistischen Personenkult und einer Handvoll markiger Sprüchlein eigentlich nur mit vollständiger Lösungsabstinenz glänzt? 52,73% zumindest mal nicht. Und weiteren 16,67% sind die Sprüchlein offenbar noch immer nicht geschmacklos genug. Armes Ungarn …

                                                        Entente am rechten Rand?

Doch – was soll schon passieren? Solange nicht die Katastrophe eintritt und Orbán im Größenwahn die Grenzen der Demokratie aufhebt nicht mehr, als eine traurige Epoche in der Geschichte unserer Nachbarn. Bei der nächsten Wahl wird rechts abgestraft und das Pendel wieder nach links ausschlagen. Zu festgefahren ist der Karren, welchen Spielraum hat die Politik da schon? Ein paar Posten schachern, ein paar Gesetze verbrechen … der Rest wird von der Wirtschaft gesteuert. Da reduziert sich jegliches Coleur auf reine Kosmetik und die Wahlstimme auf eine symbolische Aussage. Die aktuelle ungarische Kosmetikindustrie riecht halt ein wenig streng …

                                                        Da brat mir einer nen Jobbik!

Samstag, 10. April 2010

Heute in Wien, 10.4.2010

Sonntag, 4. April 2010

Heute in Wien, 4.4.2010

Samstag, 3. April 2010

Stimmungsaufheller mit Blitz

Klar, es kann nicht immer prima laufen. Ohne Downs keine Ups quack quack quack usw. Durchhänger im Job, Existenzängste und Arschlöcher kreuzen den Weg oder man nimmt Abschied von einem geliebten Menschen. Das nagt und zerrt dann am Wohlgefühl. Nun, das beste ist wohl immer noch die Trauer einfach in Ruhe anzunehmen, ihr die Zeit und Fläche zu geben, die sie braucht. Ja, die will sie. Ignorieren oder wegschieben lässt sie sich garnicht gern und rächt sich später fürchterlich – wie ein nachtragendes Kamel sich Jahre nach der Misshandlung auf seinen prügelnden Kameltreiber legt, während der in Ruhe sein Nickerchen in der Oase genießt. Ne, ne, die Trauer ist stur, die will einfach nur in aller Ruhe traurig sein. Hey, das liegt schließlich in ihrer Natur. Und wenn sie genug bekommen hat, dann verzieht sie sich auch wieder. Das ist die schöne Eigenschaft der Trauer – anhänglich ist sie nicht.

Schlaue versuchen der Trauer ja lieber ein Schnippchen zu schlagen. Vielleicht haben sie zu große Angst vor der Traurigkeit oder sie glauben nicht an ihre Vergänglichkeit? Mit Vorliebe ziehen sie dann kleine chemische Bomber zu Hilfe. Einwerfen und – brrroooaamm – alles wieder rosig.
Vermeintlich.
Die Trauer ist trotzdem da, aber die Tür zur Gefühlswelt wurde ihr vor der Nase zugeschmettert. Alles prima, oder? Doch was ist mit den Erkenntnissen, die einem die Trauer auch schenkt, was mit den tiefen Gefühlen, die man durchlebt? Haben sie nicht dieselbe Daseinsberechtigung, wie Freude und Glück?
Ne, ne – auf die Art der Stimmungsaufheller verzichte ich gern.

Einen anderen Stimmungsaufheller hab ich mir heute trotzdem gegönnt. Im Lomoshop stand dieser hübsche alte Fotoautomat. 4 mal blitzt er, dazwischen grummelt und poltert er ein wenig und lädt zum Grimassen schneiden ein.  Für 2 Euro spuckt er nach 3 Minuten den 4-fach belichteten schwarz-weiß Streifen mit leichten Bildschäden aus. Und liefert erquickende Kicheranfälle frei Haus. Es gibt nichts besseres, als sich über sein eigenes dummes Gesicht schief zu lachen.

Amen, ich sage Euch: Fotoautomaten sind eine wahre Alternative zu Benzos & Co!

Ich glaube, mein Trauerkamel hats mir verziehen, dass ich ihm heute entflohen bin. Wenn mich nicht alles täuscht, saß es sogar auf meiner Schulter und schmunzelte mit …