Freitag, der 12.

Das Glück hat mich verlassen! Ja, ja, das klingt pathetisch, aber hey, heute darf ich. Eine Woche Mailand ist um. 5 Arbeitstage, die mitnichten von frühlingswarmen Abenden begleitet war, nein – die halbe Woche musste es schneien. In Mailand. Im März!

Aber gut, war ja nicht zum Vergnügen da, das steck ich doch mal schulterzuckend weg.

Dieser Freitag jedoch wird mir langsam unheimlich. Zur seelischen Aufarbeitung schreib ich mir mal die chronologische Liste der Mißgeschicke vom Herzen:

  1. verschlafen
  2. linke Kontaktlinse im Waschbecken runtergespült
  3. auf rechte Kontaktlinse drauf getreten
  4. kein Frühstück (wegen 1)
  5. mit demolierter Notfallbrille im Büro aufgetaucht (wegen 2 & 3), seltsame Blicke geerntet
  6. öffentlicher Verkehr wird ab 18h bestreikt, muss 2 Stunden früher zum Flughafen, kofferbepackter Slalom durch die Reihe der Demonstranten
  7. erreiche eine der letzten U-Bahnen –  in die falsche Richtung
  8. 45 Minuten im letzten überfüllten Zug stehend nach Malpensa
  9. Olivenölflasche zerbricht im Koffer, Kleidung und Schuhe baden in Olivenöl.

Der Wiener Taxler brachte es trocken auf dem Punkt: „Dabei ist doch erst morgen der 13.“
Nun gut, ich bin noch in erstaunlich ruhiger Verfassung. Das Chaos ist mittlerweile in hübsche katastrophenabgestufte Kleiderhaufen geordnet. Und Google steht mir mit einer erstaunlichen Menge mehr oder weniger seltsamer Fleckentipps zur Seite. Von Fensterreiniger über Spülmittel bis „Fleck mit Butter einreiben“ und „Fleck mit Backpulver oder Mehl bestreuen“. Den guten Ratschlag „Balsamico drauf und schnabulieren“ hab ich als Draufgabe gleich synchron von 2 lieben Freunden bekommen…
Nun, ich habe mich erstmal für die Mehlvariante entschieden. Mein Badezimmer sieht nun aus wie eine Backstube:

Positiver Nebeneffekt: die ganzen Olivenöltappser in der Wohnung wurden auch sichtbarer. Da weiß ich ja morgen gleich viel besser, wo ich putzen muss. *seufz*

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16 Responses to “Freitag, der 12.”

  1. Das Öl ist beim Braten für das Knusprig zuständig, die Butter für das Geschmacklig.
    Butter aufs Ölgetränkte hilft, wenn du es dem Hund zum Spielen schenken möchtest, knusprig wird es davon allenfalls durch zusätzlichen Einsatz eines Backofens oder ähnlichem.
    Ich glaube an Soda, das hilft gegen fast alles, nur nicht gegen schlechte Laune.

    • Aber, aber … in unseren Kreisen bekommt man doch bloß Kinder, damit der Hund was zum spielen hat. Da brauchen wir doch keine liebgewonnenen Kleidungsstücke opfern.
      Die Butterthese hat Mutzi argumentativ aber übrigens sehr glaubwürdig untermauert. Ich bin gewillt nach meinem nächsten Mailand Aufenthalt die Butter-Lösung zu testen.

  2. Gütiger Himmel, was ist denn dir alles passiert!?
    Mehl auf Olivenölflecken?
    Hoffentlich bringt das nicht noch eine weitere Überraschung: Kuchen auf T-Shirts und Hosen.
    Ich hätte einfach vorgewaschen. 😉

    In der Margaretenstraße gibt es ein feines italienisches Spezialitätengeschäft mit sehr gutem Olivenöl. Für jetzt und nächstes Mal, falls wieder ein Transport ansteht.

    • Ach, wir machen einfach den Test: Du badest Dein Lieblingsshirt und wäscht dann mal vor. Wenns klappt kauf ich mir deine Waschmaschine in dreifacher Ausführung 😉

      Aber stimmt, Olivenöl kauf ich das nächste Mal lieber daheim. Da gibts doch noch so einen tollen Öl, Essig, Whiskey etc. Laden in der Siebensterngasse gleich neben dem Kosmos. Kennst du den? Da wird alles aus Fässern abgefüllt. Wieso um alles in der Welt musste ich das Zeugs in Mailand kaufen? Na ja, manchmal reitet einen die Kurzsichtigkeit. Kein Wunder, wenn man auf die Kontaktlinsen drauftritt anstatt sie in den Augen zu haben …

  3. mhh, mein kommentar wurde nicht gepostet.

  4. du arme, das klingt ja alles ganz schrecklich! ich habe sehr gutes olivenöl zu hause, falls du einen ersatz für das in der kleidung verteilte brauchst und falls du olivenöl überhaupt noch magst! ich kann dir auch einen tiegel schmalz oder die beste butter des landes (heute am naschmarkt erworben!) mitbringen!
    einen fetten kuss, smaug

    • Gottseidank ist nur eine von 3 Flaschen zersprungen. (da sollte ich wahrscheinlich noch dankbar sein ^^).

      Notiz an alle Fleckengeplagten:
      – Fleckenmittel Mehl: keine Hilfe, eher verheerende Wirkung
      – Fleckenmittel Spülmittel: Erfolg 0

      Jetzt folgt die Testreihe Backpulver.

      schubidu,
      Jou

      p.s.: Das mit dem fetten Kuss nehme ich in meiner aktuellen Lage persönlich! :-p

      • freitag, der 12. scheint ja ein besonderer tag gewesen zu sein (der schwarze freitag?!).

        meine freundin j. (nicht du) hatte am fr auch eine irrwitzige pechsträhne. erzähle ich dir morgen …

  5. super skript, absolut kampagnentauglich .. heute unbedingt lotto spielen :))

    bitte diesen blog-link http://nahportrait.blogspot.com anstelle des mitten in mitte-lokalreport.com

  6. Lass dich trösten! Sei des gesamten Mitgefühls versichert, das ich aufzubringen in der Lage bin.

    Zwei Tipps (die du hoffentlich nicht in die falsche Kehle bekommst. Du weißt schon: Wer den Schaden hat …).

    Was Kleiderreinigung angeht, kannst du dich vertrauensvoll an Mutzi H. Europa wenden. Sie bloggt Koch- und Buntwäsche (http://mosomasa.wordpress.com/) Mein Tipp wäre ja Butter gewesen statt Mehl, im Ernst.

    Was das Wetter in Mailand angeht: Hättest du „Die Alleinseglerin“ gelesen, hättest du gewusst, worauf du dich einlässt.

    Und jetzt sei vorsichtig. Heute ist der dreizehnte.

    • Danke, liebe Afra! Nja, die nächtliche Mehlbestäubung sah noch nicht nach wahnsinnig viel Effekt aus (außer, dass die Kleidung nun reif für den Backofen wäre), ich habs nun mit Spülmittel nachbehandelt und in die Waschmaschine geschmissen. Mal schauen, ob das was bringt. Ich werde berichten 😉
      So, und nun geh ich vorsorglich noch Backpulver kaufen, bevor der 13. um ist…

      p.s.: mal schauen, ob ich die Alleinseglerin bei der Gelegenheit auch gleich auftreibe, provisorisch fürs nächste Mal.

    • Die Mythen der Großmütter! Wie um Himmels Willen, Verehrte, soll denn Mehl oder gar Butter gegen Ölflecke helfen! (Homöopathisch vielleicht? Similis similia curantur?)

      Ein klein bisserl mehr Vertrauen in die Erkenntnisse moderner Chemie tät eventuell nicht schaden!

      Ansonsten: Es gibt Tage, da lohnts das frühe Aufstehen vor dem Abend nicht.

      • Na, ganz so viel Misstrauen würde ich den Großmüttern nicht entgegenbringen. Die feleckentechnische „Endlösung“ hieß Backpulver, das hat die Flecken nun tatsächlich vernichtet. Funkt also.
        Dass das Mehl das Öl aufsaugt klang für mich auch plausibel – der Butter Lösung stand ich allerdings auch skeptisch gegenüber. In Mamas Haushaltsratgeber aus dem Jahre 64 stand dieselbe Variante mit Schmalz. Allerdings, bei näherer Betrachtung … warum nicht? Wenn ich die Hühnerflügerl schön knusprig haben will muss ich sie ja auch zuerst in Öl anbraten und zum Schluß noch Butter dazutun. Irgendwas tut die Butter da mit dem Öl, warum nicht auch bei Flecken?
        Na, jedenfalls hat Omas Backpulver das Problem beseitigt. Dr. Beckmanns Fleckenchemiekeule konnte hingegen garnichts ausmachen. Soweit zur Fleckenhomöopathie 😉

      • Mythen der Großmütter?
        Ketzerei!
        Stellungnahme folgt.

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