Island, Blaue Lagune

Der Besuch der Blauen Lagune ist durch ihre Nähe zum Flughafen zwischen Keflavik und Grindavik eigentlich ein einladendes Muss vor der Abreise. Der weit verzweigte türkisblaue See ist eigentlich ein künstliches Nebenprodukt des Geothermalkraftwerkes Svartsengi. Dort wird Meerwasser 2km tief in die Erde gepumpt, das mit einer Temperatur von 240° wieder an die Oberfläche zurückkommt. Durch das poröse Gestein der Lavasenke vermischt es sich dabei mit dem unterirdischen Süßwasser. Die strahlende türkisblaue Farbe wird durch den hohen Kieselsäuregehalt des Wassers erzeugt, die die blauen Strahlen der Sonne reflektiert.

Bláa Lonið - die Blaue Lagune

Bláa Lonið - die Blaue Lagune

Dass diese Mischung heilsam für Schuppenflechtekrankheiten ist, haben zuerst Werkarbeiter erkannt. Und auch die Reykjaviker Studenten kannten und nutzten dieses Paradies noch lange bevor die isländische Regierung den lukrativen Aspekt der Blauen Lagune erkannte. Wild baden ist seither natürlich verboten. Statt dessen steht hier jetzt ein stattliches Thermalbad.

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Die für Island ungewöhnliche Menschenkonzentration lässt mich zuerst zurückschrecken. Hab gar keine Lust mehr rein zu gehen. Nach zwei Wochen unberührter Natur bin ich einfach verwöhnt. Doch dann denke ich an die lange Heimreise und entschließe mich doch dazu.
Nun, ich habs nicht bereut!

Der weiße Schlamm des Wassers überzieht das Becken mit einer dicken glatten Emailschicht unter der die Unebenheit der Lavafelsen zu spüren ist. Sieht faszinierend aus und fühlt sich irre geschmeidig an, so glatt wie Glas. Die Materialfetischistin in mir überlegt gleich mal, ob man diesen Effekt nicht auch daheim für Felsbadewannen oder ähnliches nutzen kann?

wie Email ...

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Aus einem dicken Rohr strömt das heiße Wasser aus der Tiefe in das Becken. Nahe kommt man da garnicht ran, so brennheiß ist das Wasser hier. Ich setz mich an den Rand und sehe den dicken Dampfwolken zu, die über mich hinwegziehen. Wie der Zug der Wolken in Zeitraffer…

Die weiche Konsistenz des Wassers und die Bottiche mit weißen Kieselerde Schlamm, mit dem ich mich ausgiebig von Kopf bis Fuß einschmiere, tut meiner Haut gut. So fällt mir der Abschied ein wenig leichter. Frisch und butterweich besteige ich später den Flieger …

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