Isländische Gastfreundschaft auf dem Prüfstand

Der Saloon in Þykkvybær

Der Saloon von Þykkvybær


Auf unserer Fahrt Richtung Hauptstadt machen wir noch einen Abstecher zu Küste. Genauer gesagt nach Þykkvybær. Hier soll laut Führer die älteste Besiedlung Islands beheimatet sein. Wir sehen bloß relativ wenig davon, die Häuser sehen mehr oder weniger stadtplanerisch unkoordiniert aus, wie anderswo auch. Und sonderlich antik sehen die Wellblechhäuser nun auch nicht unbedingt aus.

Þykkvybær - wo jede Familie am Ortsschild ihren Platz hat ...

Þykkvybær - wo jede Familie am Ortsschild ihren Platz hat ...

Na gut, dann wollen wir doch zumindest auf einen Kaffee einkehren. Bloß, wo? Ah ja, da ist ein … Saloon?? Aha? Na auch gut, Hauptsache was zu trinken. Als wir näher kamen, schwinden unsere Hoffnungen. Dicke Bikes stehen da rum. Und der gut genährte Hilliebilly vorm Eingang wirkt irgendwie grimmig und wenig vertrauenserweckend.

E-e-excuse me. We would like to get a coffee. This is a coffeehouse, isn’t it?“ Der Blick des Rockers lässt uns erst mal wieder ein paar Schritte rückwärts machen. „No! It’s private!„, brummt er. Also nichts wie weg. „But of course you can have coffee. Come in, just serve yourself and feel at home!
Die Spannung entlädt sich akut. Wir finden uns bald im Saloon wieder zwischen schrulligen Bikern mit Kind und Kegel. Den Kaffee nehmen wir uns aus der Thermoskanne und erfahren dabei, dass sich die Bikerszene in Island in den letzten Jahren vervielfacht hat. Bei den Temperaturen zwar verwunderlich, bei der Landschaft natürlich wieder nicht. Den Saloon haben die Jungs für ihre Freunde auf 2 Rädern gebaut. Manchmal halten sie auch Country Konzerte ab.
Dass Þykkvybær der älteste Ort Islands sein soll, ist ihnen jedoch auch neu.

Wir danken recht freundlich – Takk Takk – und verabschieden uns. Wir wollen die Gastfreundschaft ja auch nicht überstrapazieren. Der Führer ist, glaub ich, noch vor Ort im Müll gelandet…

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6 Kommentare to “Isländische Gastfreundschaft auf dem Prüfstand”

  1. „Der Führer ist… im Müll gelandet“

    ja, das hätten wir mal besser vor 70 Jahren machen sollen.

    • haha!
      Schon seltsam, dass man noch immer kein politisch korrektes Equivalent für die diversen „Führer“ erfunden hat, gell? Ich stocke jedes Mal, bevor ich dieses Wort verwende. Und es löst immer wieder seltsam morbide Situationskomik aus. z.B. beim Höhlenklettern, wenn so Sätze fallen wie „Wo ist der Führer„, „Verdammt, jetzt ist der Führer in den Gatsch gefallen, der wird immer dreckiger!“ oder „Ist das mein Führer?„. Ich kam nie umhin, die Charlie Chaplin Parodie vor mir zu sehen.

  2. werbefilmtaugliche szene.. dieses island ist ja mit allen wassern gewaschen!

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