Island, zu Besuch bei den Papageientauchern

Das südlichste Spitzel von Island ist die Bucht von Dyrhólaey. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Dyrhólaey vor 80.000 Jahren durch einen submarinen Vulkanausbruch entstanden ist. Das würde auch den rabenschwarzen Strand erklären, feinster Lavasand und glatte, runde Lavasteine glitzern da zwischen Gischt und Sonne:

Schwarzer Strand in Dyrhólaey

Schwarzer Strand in Dyrhólaey

Dyrhólaey heißt auf Deutsch Türhügelinsel. Die Insel wurde erst nach und nach durch jüngere Vulkanausbrüche des Hekla mit dem Festland verbunden. Jetzt führt eine unbefestigte Rumpelpiste zu der Bucht, von der aus man weite Sicht auf den Küstenstreifen Südislands hat. Am Ende der Bucht ragen 3 markante Felsblöcke aus dem meer. Der Legende nach drei Trolle, die bei Tagesanbruch nicht schnell genug in ihren Hählen verschwunden und zu Stein erstarrt sind.

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die 3 Trolle (Foto (c) Telemach)

die 3 Trolle (Foto (c) Telemach)

Eine Steile Felswand ragt hier 120m ins Meer. Die seltsamen Felsformationen sehen aus, wie Säulen, deren unteres Ende abgeschlagen wurden.

dyrholaey_felsendyrholaey_hoehleDiese Felsen und Höhlen werden mit Vorliebe von Seevögeln zum Nisten genutzt. Und so finden wir hier einen ganzen Schwarm Papageientaucher vor. In diese possierlichen Tierchen mit ihrem clownesken Antlitz, die uns in Island bisher nur auf der Speisekarte als Puffins Menü empfohlen wurden, hab ich mich sofort Hals über Kopf verliebt.
Wie tollpatschig sie mit ihren kurzen Stummelflügelchen wirken, mit denen sie rund 300 bis 400 Flügelschläge pro Minute ausführen, um sich überhaupt in der Luft halten zu können. Nein, Fliegen ist nicht ihre Stärke und auf ihren orangen Patschfüßen wackeln sie auch eher unbeholfen herum. Aber im Tauchen sind sie wahre Meister! Sie stürzen sich im Steilflug in die Fluten und kommen nicht ohne eine Ladung kleiner Fische wieder an die Oberfläche.
Überrascht hat mich, dass Papageientaucher streng monogame Tiere sind. Sie paaren sich ausschließlich über Wasser, trennen sich über die Wintermonate und finden sich jedes Frühjahr wieder.

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9 Kommentare to “Island, zu Besuch bei den Papageientauchern”

  1. Schön .. ihr hattet die Papis .. als wir da waren (siehe meinen Reisebericht *G*) da war dort nur Regen und wind und alles Düster .. ist schon bemerkenswert wenn ich mir eure Fotos angucke wie sich der Charakter der Insel innerhalb von 2 Monaten ändert. Grüße Sven aus Kiel

  2. Was für tolle Bilder !

  3. Und nun gib zu: Du hast sie NICHT gegessen?!

    • Niemals! Aber ich geb zu, dass ich vom Walsteak gekostet hab. Sieht aus wie Rind und schmeckt eigentlich auch ähnlich. Also dafür könnten sie die Tiere ruhig am Leben lassen. Kühe gibts mehr als genug!

  4. In die Papageientaucher könnte ich mich auch verlieben. Trollig oder drollig ist schon wieder dieser schöne Bericht.

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