Archive for Juli 30th, 2009

Donnerstag, 30. Juli 2009

Island kulinarisch

Vor isländischen Nationalspeisen wurden wir gewarnt. Von Gammelhai, fermentierten Wal und Robben und halben geschmorten Schafsköpfen, die einem vom Teller weg noch vorwurfsvoll anglotzen war da die Rede. Ich habe mich also auf Schmalhansküche und Hungerdiät eingestellt. Ganz umsonst, wie sich bald herausstellte. Die Auswahl an Fisch und Lamm Delikatessen war so exquisit, dass wir eine einfache Hausmannskost manchmal richtig vermissten. Halbe Schafsköpfe standen nur einmal, in unserem ersten Hotel, dem 4th Floor in der Snorrabraut, am Speisezettel. Zu Gesicht bekamen wir ihn nie. Und der Gammelhai ließ auch bis zuletzt auf sich warten.

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Donnerstag, 30. Juli 2009

Island, zu Besuch bei den Papageientauchern

Das südlichste Spitzel von Island ist die Bucht von Dyrhólaey. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Dyrhólaey vor 80.000 Jahren durch einen submarinen Vulkanausbruch entstanden ist. Das würde auch den rabenschwarzen Strand erklären, feinster Lavasand und glatte, runde Lavasteine glitzern da zwischen Gischt und Sonne:

Schwarzer Strand in Dyrhólaey

Schwarzer Strand in Dyrhólaey

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Donnerstag, 30. Juli 2009

Wenn Baldur zum Farbtopf greift …

Launisch und unberechenbar ist das Wetter in Island, jähe Wetterumschwünge keine Seltenheit und starke Windböen eigentlich immer präsent. Dicke Wolken ziehen rasch über den Himmel, bringen ganz nach Belieben mal Regenschauer, mal Sonnenschein. Und nicht selten kann es sich einfach nicht entscheiden, das Wetter. Dann stehen leuchtende Regenbögen am Himmel oder man ist plötzlich umgeben von irren Licht- und Schattenspielen…

Licht ...

Licht ...

... und Schattenspiele

... und Schattenspiele

Strahlende Regenbögen ...

Strahlende Regenbögen ...

... auch über dem Fangelsi, Islands Gefängnis

... auch über dem Fangelsi, Islands Gefängnis

Donnerstag, 30. Juli 2009

Zeitreise auf isländisch

Unweit des Skógafoss entführt uns das Freiluftmuseum Skógasafn auf eine Reise ins alte Island. Die verdanken wir der Sammlerleidenschaft Þórður Tómassons, der die Kellerbestände der örtlichen Schule entdeckte und Stück für Stück ergänzte, bis die Schule aus allen Nähten zu Platzen drohte. Das war die Geburtsstunde des Skógasafn Freiluftmuseums 1949.

1968 ergänzte Þórður die Sammlung durch ein besonderes Stück. Er ließ das Haus seines Urgroßvaters aus dem Jahr 1840 abtragen und auf dem Gelände rekonstruieren. Diesem folgten bald weitere Häuser aus den südisländischen Landkreisen Rangárvallasýsla und Skaftafellssýsla. Eine Schule, eine Dorfkirche, ein Bauernhaus mit Grasdach …

Bauernhaus, 1830

Grassodenhaus eines Bauern, 1830 - 1895

Die detailierte Innenausstattung der Häuser läßt jeden Moment vermuten, dem Hausherren zu begegnen. Da in der Küche sieht man die Magd bei der Zubereitung des Skyr vor sich, dort hört man noch die Schafe im Stall blöcken. Und da im Schlafzimmer mit den zwei Betten hab ich schon wieder dieses unheimliche Laxness Déjà vu …

Aber an den Samstagabenden kamen sie manchmal nach Hause, besonders wenn das Wetter schlecht war, und dann gar nicht so selten betrunken. Darum blieb der Junge …

skogasafn_stall

... so lange wie möglich im Kuhstall.

Des Sonntags lagen die Brüder im Bett, rechts und links neben der Wohnstube, und unterhielten sich auf …

... etwas grobe Art;

... ihre grobe Art;

dabei wurde viel gelacht. Ihr Lachen schien tief aus der Kehle zu kommen, vielleicht von noch tiefer her. Jana machte während dieser sonderbaren Morgenandachten der Brüder oft einen Abstecher …

skogasafn_schlafraum

... hinauf in die Stube.

Ging das Mädchen an ihren Betten vorbei, streckten die Brüder die Beine aus dem Bett, um ihr den Weg zu verlegen. Dann schrie Jana so laut, als sei sie in Lebensgefahr. Das machte den Brüdern Spaß. War der Junge nebenan, ergriff er heimlich Partei für das Mädchen, obwohl sie ihm nur selten beistand. Trotz ihres Geschreis war Jana gar nicht bange, sondern packte die Beine von Just und Nasi, siegte oder erlitt Niederlagen, um danach mit puterroten Gesicht …

skogasafn_treppe

... die Treppe hinunterzuflitzen.

Aber bald war sie wieder oben, um irgendetwas Wichtiges zu holen.
(aus Weltlicht, Halldór Laxness, Rowohlt 40022)

Besonders gut hat mir auch das Haus von Holt aus dem Jahre 1874 gefallen. Es gehörte dem ehemaligen Landrat des Landkreises Síða, Árni Gíslason, und war das erste Holzhaus im Landkreis, gebaut rein aus Treibholz. Die Wände der Wohnstube stammen aus den Planken des Spitalschiffs St. Paul, das 1899 vor der Küste strandete.
Im Gegensatz zu den bescheidenen Stuben des Bauernhauses merkt man diesen Räumen die gehobene Stellung ihres Hausherrn an. Hübsche Tassen, bierernste Familienportraits an den Wänden, Tischdeckchen und schöne Luster. Ja, der Herr wußte seine Besucher sicher zu beeindrucken.

Lust auf einen Besuch bei Árni? Na dann: Velkomin heima!

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Donnerstag, 30. Juli 2009

Vestmannaeyjar am Horizont

Die Westman Isles, oder Vestmannaeyjar auf isländisch, mit ihrer melodramatischen Geschichte hätten wir nur zu gern gesehen. Benannt ist sie nach irischen Sklaven, den Westmen.
Irland liegt zwar östlich von Island, aber das stört keinen großen Wikinger. Schon garnicht Ingólfr Arnarson, den Urvater Islands, als er 874 seinen Fuß in die Reykjaviker Bucht setzte. Richensas Ost-West Konflikte kannte der nicht. Der gute Mann hatte ja noch nicht mal einen Kompass (was wir ihm jetzt nicht vorhalten wollen, wurde der doch erst 300 Jahre später erfunden).
West oder Ost, Pappenstil! Kein Pappenstil hingegen war für Ingólfr jedoch der gewaltsame Tod seines Blutsbruders Hjörleifr. Gemeuchelt von irischen Sklaven, die sich die miese Behandlung ihres Herren und Peinigers nicht mehr gefallen lassen wollten. Ingólfr fehlte dafür jegliches Verständnis (auch das nicht verwunderlich – bis zur Charta der Menschenrechte fehlte ihm schließlich noch ein ganzes Jahrtausend) und jagte die Abtrünnigen höchstpersönlich bis zu den Inseln, wo er den Tod seines Freundes rächte.

Nun, es war uns nicht vergönnt, wir sehen die geschichtsträchtigen Inseln nur aus der Ferne. Unsere Gistihusi Tante hat uns schon vor der Reiselust der Rauchbüchtler an diesem langen Wochenende gewarnt: „If you don’t want to see any Icelandic these days, go to Reykjavic. They are all gone to the festival on Vestmannaeyjar.„.
Und sie behielt Recht. Unser schöner Frühstücksplan, uns nach einem Rundflug über die Westmen Isles zu erkundigen, scheitert kläglich. Am anderen Ende bemüht man sich nicht einmal mehr den Hörer abzuheben.
Nun gut: Planänderung. Island ist schließlich überall schön. Und die Westmanninseln ebenso, sogar aus der Ferne. Zum Trost haben uns die Isländer ein paar ihrer Pferde dekorativ ins Bild gestellt.
Takk fyrir aber auch!

westman_pferd3a_20090730westman_pferd_20090730westman_pferd2westman_pferdBild 1 und 2 (c) Martina Knopp

Donnerstag, 30. Juli 2009

Island, Tag 8. Du weißt, Du bist zu langsam …

... wenn alte Damen am Krückstock schneller sind, als Dein Finger am Auslöser.

... wenn alte Damen am Krückstock schneller sind, als Dein Finger am Auslöser.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Island, Seljalandsfoss

saefoss_wasserfallwand

Kurz vor Skógar führt die Ringlinie 1 durch die Überschwemmungsebene, die zwischen Südküste und einem langgezogener Felswall liegt. Dort oben auf der Hochebene fließt der weitverzweigte Fluß Markarfljót, der dem Vulkan Hekla entspringt.

Von hier unten können wir ihn nicht sehen, doch alle paar Meter schießt ein Wasserfall aus der Wand. Die Abzweigung Richtung Þórsmörk führt uns direkt an einen heran: den Seljalandsfoss.

saefoss_wasserfall

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