Archive for Juli, 2009

Freitag, 31. Juli 2009

Island, Tag 9. Zeitwahrnehmung auf isländisch

Das Land, in dem es noch Testbilder gibt

Das Land, in dem es noch Testbilder gibt

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Freitag, 31. Juli 2009

Dra åt Häcklefjäll!

Unsere Reiseroute wurde kurzfristig geändert. Herr und Frau Isländer gehen dieses lange Wochenende selbst auf Tour und die Hotels an der Südküste sind völlig ausgebucht. Nun denn, wir sind flexibel und die Insel ist schließlich überall bezaubernd. Also auf ins Landesinnere zum Vulkan Hekla.

Hekla - overdue like a pregnant lady

Hekla - overdue like a pregnant lady

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Donnerstag, 30. Juli 2009

Island kulinarisch

Vor isländischen Nationalspeisen wurden wir gewarnt. Von Gammelhai, fermentierten Wal und Robben und halben geschmorten Schafsköpfen, die einem vom Teller weg noch vorwurfsvoll anglotzen war da die Rede. Ich habe mich also auf Schmalhansküche und Hungerdiät eingestellt. Ganz umsonst, wie sich bald herausstellte. Die Auswahl an Fisch und Lamm Delikatessen war so exquisit, dass wir eine einfache Hausmannskost manchmal richtig vermissten. Halbe Schafsköpfe standen nur einmal, in unserem ersten Hotel, dem 4th Floor in der Snorrabraut, am Speisezettel. Zu Gesicht bekamen wir ihn nie. Und der Gammelhai ließ auch bis zuletzt auf sich warten.

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Donnerstag, 30. Juli 2009

Island, zu Besuch bei den Papageientauchern

Das südlichste Spitzel von Island ist die Bucht von Dyrhólaey. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Dyrhólaey vor 80.000 Jahren durch einen submarinen Vulkanausbruch entstanden ist. Das würde auch den rabenschwarzen Strand erklären, feinster Lavasand und glatte, runde Lavasteine glitzern da zwischen Gischt und Sonne:

Schwarzer Strand in Dyrhólaey

Schwarzer Strand in Dyrhólaey

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Donnerstag, 30. Juli 2009

Wenn Baldur zum Farbtopf greift …

Launisch und unberechenbar ist das Wetter in Island, jähe Wetterumschwünge keine Seltenheit und starke Windböen eigentlich immer präsent. Dicke Wolken ziehen rasch über den Himmel, bringen ganz nach Belieben mal Regenschauer, mal Sonnenschein. Und nicht selten kann es sich einfach nicht entscheiden, das Wetter. Dann stehen leuchtende Regenbögen am Himmel oder man ist plötzlich umgeben von irren Licht- und Schattenspielen…

Licht ...

Licht ...

... und Schattenspiele

... und Schattenspiele

Strahlende Regenbögen ...

Strahlende Regenbögen ...

... auch über dem Fangelsi, Islands Gefängnis

... auch über dem Fangelsi, Islands Gefängnis

Donnerstag, 30. Juli 2009

Zeitreise auf isländisch

Unweit des Skógafoss entführt uns das Freiluftmuseum Skógasafn auf eine Reise ins alte Island. Die verdanken wir der Sammlerleidenschaft Þórður Tómassons, der die Kellerbestände der örtlichen Schule entdeckte und Stück für Stück ergänzte, bis die Schule aus allen Nähten zu Platzen drohte. Das war die Geburtsstunde des Skógasafn Freiluftmuseums 1949.

1968 ergänzte Þórður die Sammlung durch ein besonderes Stück. Er ließ das Haus seines Urgroßvaters aus dem Jahr 1840 abtragen und auf dem Gelände rekonstruieren. Diesem folgten bald weitere Häuser aus den südisländischen Landkreisen Rangárvallasýsla und Skaftafellssýsla. Eine Schule, eine Dorfkirche, ein Bauernhaus mit Grasdach …

Bauernhaus, 1830

Grassodenhaus eines Bauern, 1830 - 1895

Die detailierte Innenausstattung der Häuser läßt jeden Moment vermuten, dem Hausherren zu begegnen. Da in der Küche sieht man die Magd bei der Zubereitung des Skyr vor sich, dort hört man noch die Schafe im Stall blöcken. Und da im Schlafzimmer mit den zwei Betten hab ich schon wieder dieses unheimliche Laxness Déjà vu …

Aber an den Samstagabenden kamen sie manchmal nach Hause, besonders wenn das Wetter schlecht war, und dann gar nicht so selten betrunken. Darum blieb der Junge …

skogasafn_stall

... so lange wie möglich im Kuhstall.

Des Sonntags lagen die Brüder im Bett, rechts und links neben der Wohnstube, und unterhielten sich auf …

... etwas grobe Art;

... ihre grobe Art;

dabei wurde viel gelacht. Ihr Lachen schien tief aus der Kehle zu kommen, vielleicht von noch tiefer her. Jana machte während dieser sonderbaren Morgenandachten der Brüder oft einen Abstecher …

skogasafn_schlafraum

... hinauf in die Stube.

Ging das Mädchen an ihren Betten vorbei, streckten die Brüder die Beine aus dem Bett, um ihr den Weg zu verlegen. Dann schrie Jana so laut, als sei sie in Lebensgefahr. Das machte den Brüdern Spaß. War der Junge nebenan, ergriff er heimlich Partei für das Mädchen, obwohl sie ihm nur selten beistand. Trotz ihres Geschreis war Jana gar nicht bange, sondern packte die Beine von Just und Nasi, siegte oder erlitt Niederlagen, um danach mit puterroten Gesicht …

skogasafn_treppe

... die Treppe hinunterzuflitzen.

Aber bald war sie wieder oben, um irgendetwas Wichtiges zu holen.
(aus Weltlicht, Halldór Laxness, Rowohlt 40022)

Besonders gut hat mir auch das Haus von Holt aus dem Jahre 1874 gefallen. Es gehörte dem ehemaligen Landrat des Landkreises Síða, Árni Gíslason, und war das erste Holzhaus im Landkreis, gebaut rein aus Treibholz. Die Wände der Wohnstube stammen aus den Planken des Spitalschiffs St. Paul, das 1899 vor der Küste strandete.
Im Gegensatz zu den bescheidenen Stuben des Bauernhauses merkt man diesen Räumen die gehobene Stellung ihres Hausherrn an. Hübsche Tassen, bierernste Familienportraits an den Wänden, Tischdeckchen und schöne Luster. Ja, der Herr wußte seine Besucher sicher zu beeindrucken.

Lust auf einen Besuch bei Árni? Na dann: Velkomin heima!

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Donnerstag, 30. Juli 2009

Vestmannaeyjar am Horizont

Die Westman Isles, oder Vestmannaeyjar auf isländisch, mit ihrer melodramatischen Geschichte hätten wir nur zu gern gesehen. Benannt ist sie nach irischen Sklaven, den Westmen.
Irland liegt zwar östlich von Island, aber das stört keinen großen Wikinger. Schon garnicht Ingólfr Arnarson, den Urvater Islands, als er 874 seinen Fuß in die Reykjaviker Bucht setzte. Richensas Ost-West Konflikte kannte der nicht. Der gute Mann hatte ja noch nicht mal einen Kompass (was wir ihm jetzt nicht vorhalten wollen, wurde der doch erst 300 Jahre später erfunden).
West oder Ost, Pappenstil! Kein Pappenstil hingegen war für Ingólfr jedoch der gewaltsame Tod seines Blutsbruders Hjörleifr. Gemeuchelt von irischen Sklaven, die sich die miese Behandlung ihres Herren und Peinigers nicht mehr gefallen lassen wollten. Ingólfr fehlte dafür jegliches Verständnis (auch das nicht verwunderlich – bis zur Charta der Menschenrechte fehlte ihm schließlich noch ein ganzes Jahrtausend) und jagte die Abtrünnigen höchstpersönlich bis zu den Inseln, wo er den Tod seines Freundes rächte.

Nun, es war uns nicht vergönnt, wir sehen die geschichtsträchtigen Inseln nur aus der Ferne. Unsere Gistihusi Tante hat uns schon vor der Reiselust der Rauchbüchtler an diesem langen Wochenende gewarnt: „If you don’t want to see any Icelandic these days, go to Reykjavic. They are all gone to the festival on Vestmannaeyjar.„.
Und sie behielt Recht. Unser schöner Frühstücksplan, uns nach einem Rundflug über die Westmen Isles zu erkundigen, scheitert kläglich. Am anderen Ende bemüht man sich nicht einmal mehr den Hörer abzuheben.
Nun gut: Planänderung. Island ist schließlich überall schön. Und die Westmanninseln ebenso, sogar aus der Ferne. Zum Trost haben uns die Isländer ein paar ihrer Pferde dekorativ ins Bild gestellt.
Takk fyrir aber auch!

westman_pferd3a_20090730westman_pferd_20090730westman_pferd2westman_pferdBild 1 und 2 (c) Martina Knopp

Donnerstag, 30. Juli 2009

Island, Tag 8. Du weißt, Du bist zu langsam …

... wenn alte Damen am Krückstock schneller sind, als Dein Finger am Auslöser.

... wenn alte Damen am Krückstock schneller sind, als Dein Finger am Auslöser.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Island, Seljalandsfoss

saefoss_wasserfallwand

Kurz vor Skógar führt die Ringlinie 1 durch die Überschwemmungsebene, die zwischen Südküste und einem langgezogener Felswall liegt. Dort oben auf der Hochebene fließt der weitverzweigte Fluß Markarfljót, der dem Vulkan Hekla entspringt.

Von hier unten können wir ihn nicht sehen, doch alle paar Meter schießt ein Wasserfall aus der Wand. Die Abzweigung Richtung Þórsmörk führt uns direkt an einen heran: den Seljalandsfoss.

saefoss_wasserfall

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Mittwoch, 29. Juli 2009

Frühmorgenstimmung in Island

Der frühe Vogel fängt den Wurm…

Gestern hat uns der Sturm noch kalt um die Ohren geblasen und dicke dunkle Wolken durcheinandergewirbelt. Und heute morgen dieser Anblick! Ich bekomme die Augen kaum auf, so geblendet bin ich.

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Und zum Schluß noch einmal der Snæfellsjökull in seiner ganzen Pracht!
Schöner hätte er sich nicht verabschieden können…

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Mittwoch, 29. Juli 2009

Island, Tag 7 – der Morgen nach dem Sturm

Alles wieder ruhig ...

Alles wieder ruhig ...

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Dienstag, 28. Juli 2009

Island, wandern im Trollland

Dass in Island die Saga und Mythenwelt besonders phantasiereich ist, ist bekannt. Wer durch die Landschaft der Halbinsel Snæfellsness wandert, versteht den Ursprung dieser Geschichten schnell.

Snaefellsness, das Phantasie-Reich.

Snaefellsness, das Phantasie-Reich.

Dafür hätten wir uns die Elfenschule in Reykjavik theoretisch auch sparen können. Obwohl – nein! So ein skurriles Erlebnis darf man nicht verpassen. Oder wie unser Freund A. die Ausführungen des schrulligen Elf-Teachers Magnus so schön zusammenfasste: „Also gut, Freunde. Nüchtern betrachtet ziehen wir unter das Elfenstudium jetzt einen dicken Strich und schreiben fett Schwachsinn drunter. Aber GUUUT wars!“

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Dienstag, 28. Juli 2009

Island, Tag 6 – begraben am Fuß des Snæfellsjökull

Friedhof in Budir mit Blick auf den Snæfellsjökull

Friedhof in Budir mit Blick auf den Snæfellsjökull

Snæfellsjökull – der Gletscher, an dem Jules Vernes seine Reise zum Mittelpunkt der Erde begann

Et se précipitant sur la feuille de papier, l’œil trouble, la voix émue, il lut le document tout entier, en remontant de la dernière lettre à la première. Il était conçu en ces termes :

In Sneffels Yoculis craterem kem delibat umbra Scartaris Julii intra calendas descende, audas viator, et terrestre centrum attinges. Kod feci. Arne Saknussem.

Ce qui, de ce mauvais latin, peut être traduit ainsi :

Descends dans le cratère du Yocul de Sneffels que l’ombre du Scartaris vient caresser avant les calendes de Juillet, voyageur audacieux, et tu parviendras au centre de la Terre. Ce que j’ai fait. Arne Saknussemm.

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und Halldór Laxness seinen Helden, den tragischen Dichter Ljosvikingur, im Roman Weltlicht enden ließ:

Es war stilles Wetter, mit dem Mond gerade im Süden, und ein kaltes bläuliches Licht. Er begann emporzusteigen. Zuerst gab es lange steile Abhänge, weiter oben schroffe, moosbedeckte Halden, dann Geröll, schließlich nur Schnee. Das Bild des Mondes wurde mit dem zunehmenden Morgengrauen blasser. Über dem Meer zog sich schwarzes Unwettergewölk zusammen. Er wanderte weiter über den Jökel, der Morgendämmerung entgegen, von Höhe zu Höhe; durch tiefen, neugefallenen Schnee, ohne auf das Unwetter achtzugeben, das ihn verfolgen könnte. Als Kind hatte er auf dem Strand bei Ljosvik gestanden und zugesehen, wie die Wellen den Strand hinauf und hinab gesogen wurden, aber jetzt wanderte er fort vom Meer. Denk an mich, wenn du viel Sonne um dich hast. Bald leuchtet die Sonne des Auferstehungstags über den hellen Wegen, wo sie ihren Dichter erwartet.
Und die Schönheit wird allein herrschen.

Reise zum Mittelpunkt der Erde?

Reise zum Mittelpunkt der Erde?

Dienstag, 28. Juli 2009

Island, Hotel Budir

Die nächsten Tage verbringen wir im Hotel Budir auf der Halbinsel Snæfellsnes. Hier wollen wir den 50. Geburtstag unseres Freundes G. feiern. Ein schöneres Umfeld hätten wir uns dafür nicht aussuchen können!

Budir Panorama

budir_strandSnæfellsnes ragt wie eine lange Nase aus der Westküste Islands heraus. Bizarre Lavafelsen mit dicken, weichen Moospolstern bestimmen das Bild, gelbe Sandstrände mit schwarzen Felsblöcken, im Hintergrund taucht der Snæfellsjökull seine Gletscherspitze in dichte Wolken. Außer diesem Hotel und einer kleinen Kirche gibt es im weiteren Umfeld keine anderen Gebäude. Natur pur! Das war nicht immer so. Der Ort Budir florierte im 17 Jahrhundert als Handelszentrum mit eigenem Hafen. Davon ist rein gar nichts mehr zu spüren. Eigentlich ist nur noch die Kirche letzter Zeuge dieser Zeit, das Hotel Budir selbst brannte 2001 ab und wurde 2003 nach den Plänen des isländischen Architekten Kari Eiriksson stilvoll neu aufgebaut.

Das Hotel Budir zollt der Schönheit der Umgebung entsprechend Tribut. Die gediegene Lounge lädt bei sanften Jazzklängen dazu ein, im Panorama zu versinken. So lass ichs mir gefallen …

Hotel Budir - Fernblick so nah

Hotel Budir - Fernblick so nah

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Montag, 27. Juli 2009

Island, Roadmoviefotos

Ein Mietwagen ist in Island fast Pflicht, um die Schönheiten des Landes zu erkunden. Die Landschaft zieht am Fenster vorbei auf zeitweise recht abenteuerlichen Straßen …
Hier ein paar OnTheRoad Eindrücke irgendwo zwischen Reykjavik und Laugarvatn oder zwischen Laugarvatn und Budir auf der Halbinsel Snaefelsness. Genau kann ich sie nicht mehr zuordnen:

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Und wieder ein mieses Handyvideo ^^

Übrigens gilt auch für die Mietwagenfirma: Nur die Vornamen der Fahrer werden aus den Führerscheinen notiert. Gefolgt von einer #, die steht offenbar für „Nachname piepegal„. Ein sympathisches Land!

Montag, 27. Juli 2009

Island – Wer braucht schon Nachnamen…

Gut, auch diesen Punkt können wir auf unserer Checkliste abhacken: In Island sind Telefonbücher tatsächlich nach Vornamen sortiert:

Es gibt nur eine Strasse, die einem Snorri Snorrason gerecht wird!

Es gibt nur eine Straße, die einem Snorri Snorrason gerecht wird!

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