Heute in Wien, 25.10.08


3 Kommentare to “Heute in Wien, 25.10.08”

  1. Armbär würd ich sagen…

    Zum Fliegen fällt mir auch eine hübsche geschichte ein. Hab nun extra das Buch dazu rausgesucht ;o)


    […]
    Wenn Wien am Ganges läge und nicht an der Donau, dann wäre die Aufgabe leichter zu lösen … in Wien am Ganges säßen wir jetzt unter Mangobäumen in der Abendbrise, wir schauten hinüber zu den Ghats, wo die Frommen zum Tauchbad in den heiligen Fluß hinabsteigen … in Wien am Ganges gäbe es kein Privateigentum an Geschichten und es wäre kein Plagiat, wenn ich Ihnen die Geschichte von den Göttervögeln vortrüge. Die meisten unter Ihnen würden sie selbstverständlich kennen, denn Rama Krishna hat sie so oft erzählt, Swami Muktananda hat sie erzählt, Sri Aurobindo hat sie erzählt und außer ihnen hunderte andere. Trotzdem wären Sie, meine Damen und Herren, erneut auf die Geschichte neugierig, weil sie von früheren Vorträgen wissen, dass man nie sicher sein kann, ob man sie verstanden hat. Ich würde also die Legende von den Vögeln erzählen, die höher fliegen, als die Gipfel des Himalayas hochragen.
    […]
    Sie heißen die Göttervögel, weil sie unsterblich sind. Schweben sie erst einmal in den Lüften, sind sie von den Schwerkräften der Erde entbunden.
    Sie brauchen keine Nahrung aufzunehmen, da sie sich vollständig selbst genügen. Nie landen sie auf dem Boden, ihr Aufenthalt sind ausschließlich die höchsten Regionen der Luft, sie schlafen auch in der freien Höhe, sie lieben sich unter offenem Himmel und über der offenen Erde, sie scheinen nichts zu brauchen außer Höhe und Weite, als seien sie imstande, sich durch die Nabelschnur der eigenen Seligkeit zu versorgen.

    Der einzige Augenblick im Göttervogelleben, in dem dieses losgelöste Dasein in Gefahr kommt, gestört zu werden, existiert ganz am Anfang.
    Denn als erdentbundene Geschöpfe legen die Göttervögel ihre Eier in die Luft.
    Während das Ei aus größter Höhe der Erde entgegenfällt, brütet die Sonne es aus. Wenn die Mutter hoch genug geflogen ist, dann ist die Zeit, die bis zum Ausschlüpfen des Jungen vergeht, gerade ausreichend, damit das stürzende Ei noch über der Erde von innen her zersprengt wird – der Göttervogel schlüpft in der Luft aus, er fühlt den Sturzwind in den Federn, er fängt sich im freien Fall, er breitet die Flügel aus und beginnt wieder zu steigen.
    So ist zu der Gattung der seltenen und wunderbaren Vögel ein neues Exemplar hinzugekommen.

    Aber längst nicht alle Jungen sind so glücklich, noch über der Erde auszuschlüpfen und sich noch in der Luft zu fangen.
    Vielleicht flog der Muttervogel bei der Eiablage nicht, wie nötig, bis in die äußersten Höhen, vielleicht haben Wolken die Sonne verdeckt und dem stürzenden Objekt die zum Brüten nötige Wärme vorenthalten, jedenfalls kommt es mehr als einmal vor, dass die Zeit für das Götterküken nicht genügt, um sich rechtzeitig zu befreien.
    Die Schwerkraft ist zu stark, der Sturz zu schnell, die zusammengepresste Gestalt des Vogels bleibt in dem kalkigen Gefängnis eingeschlossen, während der Erdboden sich bedrohlich nähert.
    Verzweifelt will das Junge heraus, aber es ist zu spät, die Erde saugt mit ungeheurem Sog das stürzende Ei zu sich hinunter, und so geschieht, was nie hätte geschehen dürfen und was sich doch allzu oft ereignet, das Ei zerschellt am Boden.

    Wie betäubt steckt das Junge in der zerbrochenen Schale, es ahnt noch einmal, dass es versäumt hat, rechtzeitig aufzufliegen, flügellahm liegt es auf der Erde, vom Blitz getroffen, von Helligkeit und Schwere niedergeschmettert.
    Nun wird es nie mehr fliegen lernen.

    Ist der erste Schock vorüber, so rafft es sich auf, es flattert auf der Stelle, dann resigniert es vor der Schwerkraft und versucht, wenigstens selber gehen zu lernen. Das gelingt auch meistens – manche von den abgestürzten Göttervögeln reden in ihrem späteren Leben immerzu davon, wie wichtig für ihresgleichen der aufrechte Gang sei. Aber soviel die vertikalen Tiere auch auf dem Erdboden herumlaufen, sie werden nie das Gefühl abschütteln, dass etwas mit ihnen nicht völlig in Ordnung ist.
    In einem verborgenen Winkel ihres Gedächtnisses lebt eine Ahnung davon weiter, dass einmal andere Möglichkeiten offen standen, die ihnen vorenthalten blieben.

    Aus Die Geschworene (Katharina Zara, beck’sche Reihe 1499) mit Auszügen aus einer indischer Legende nach P. Sloterdijk.

  2. Stinkbär – oder Duftbär ?????

  3. I’m learning to fly but I ain’t got wings
    coming down is the hardest thing
    I’m learning to fly around the clouds
    what goes up must come down
    I’m learning to fly… I’m learning to fly

    Tom Petty

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