Archive for Oktober, 2008

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Kunst im Gefechtsturm

In Wien stehen noch einige Bunker und Gefechtstürme rum. Die grauen Zwillings-Klötze mit Mauern, die zu mächtig zum Sprengen sind, lauschen mit vier Ohren der Gegenwart und erzählen – obgleich mundlos – doch von Zeiten, von denen mancher mit zwei Ohren ja doch nichts mehr hören will.

An ihrer Größe kann man das Niveau über den Meeresspiegel ablesen, die Dächer der Türme liegen auf gleicher Fluglinie. Fast alle stehen leer und ungenutzt herum, doch zwei von ihnen haben den Sprung ins Jetzt geschafft. Im Esterhazypark im 6. Wiener Gemeindebezirk beeinhaltet der Flakturm das „Haus des Meeres„, seine Außenmauer wird als Kletterwand genutzt. Und im Arenbergpark, im 3. Bezirk hat eine Außenstelle des MAK (Museum für angewandte Kunst) den Gefechtsturm besiedelt.

Letzten Sonntag haben wir dort das Gegenwartskunstdepot besucht…

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Mittwoch, 29. Oktober 2008

Grippewellenhumor

Für Schnuppen-Lakritze mit den besten Genesungswünschen:

Überall Bakterien!

Nee, ich sag’ schon! von Bakterien
Hat man früher nischt jewußt.
Da war’s Essen noch ne’ Freude
Und det Trinken war ne’ Lust.
Aber seit man die Bazillen
Und dergleichen Zeugs erfund,
Is der Mensch total jeliefert,
Alles is jetzt unjesund.

Les’ ick da, det äußerst jiftig
Heutzutag Vanillen-Eis:
Früher aß man’s mit Verjnügen
Jeden Sommer massenweis’.
Heute is selbst die Vanille
Vom Bazillenherd bedroht,
Schmecken dhut se ausjezeichnet,
Aber nachher is man dot.

Jrüne Aale, sonst det Beste
Wo der Mensch nur haben kann,
Sind nu ooch nich zu jebrauchen,
Seit der Fischbazillus dran.
Ißt se eener mit Verjnügen
An der Spree zum Abendbrot,
Liejt er jleich in letzten Zügen
Zehn Minuten später: dot.

Krebse, rechte scheene, jroße,
Wie jesund det früher war!
Heute jibt es Krebsbazillen
In dem Oderkrebs sogar;
Hat man sechs Stück ufjeprepelt,
Denkt man jleich: Schockschwerenot,
Warum is mich denn so übel?
Nächsten Morjen is man dot.

Ooch det Atmen ist jefährlich:
Wenn ich dir jut raten kann,
Mitmensch, atme nich zu ville,
Sieh dir erst de Luft mal an;
Kommste in so’n Pilzjewimmel,
Hilft dir keen Karbol und Jod,
Ziehste in den janzen Schimmel,
Fällste um un biste dot.

Holste dir nen netten Schmöker
Aus de Leihbibliapothek,
Kriegste jleich n Schock Millarden
Von Mikroben uf’n Weg;
Kommste uf de vierte Seite,
Wirste im Jesichte rot,
Uf der fünften kriegste’s Fieber,
Bei der sechsten biste Dot.

Det ick mit de Hochbahn rutsche,
Kommt mir niemals in den Sinn;
Nee, in die Bazillenkutsche
Da kriegt mir keen Deibel rin!
Steigste in fidel und munter,
Plötzlich spürste Atemnot,
Fährste bis zum Zoo hinunter,
Steigste aus und biste dot.

Nee, ick sag schon! Von dem Leben
Hat man nischt als wie Verdruß,
Weil man die verfluchten Dinger
Immerzu verschlucken muß!
Alle Dage muß man lesen,
Wie det Kleinzeug uns bedroht,
Und wir jroßen Lebewesen
Fallen um – schwapp – mausedot!

“Fliegende Blätter”, Berlin 1887

Montag, 27. Oktober 2008

Ringlinie Ade – ein scheußlicher Abschied

Das wars nun – Wien ist seit gestern um eine schönes Detail ärmer. Die Ringlinien 1 und 2, die gemütlichen roten Zirkuswürmchen gleich tagein tagaus rund um die Ringstraße kreisten – und so nicht zuletzt eine preisgünstige Ruhepause für Millionen fußleidender Touristen darstellten – gibt es nicht mehr.
Das allein wäre schon traurig genug – doch ein Straßenbahnfahrer hat es geschafft, den bitteren Abschied zur absoluten Widerwärtigkeit ausarten zu lassen. Er beendete die letzte Fahrt der (Ring-)Linie 1 mit der Durchsage „Sieg Heil!“

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Samstag, 25. Oktober 2008

Heute in Wien, 25.10.08


Dienstag, 21. Oktober 2008

Klappe, die Erste, im Morgengrauen

Mein Wecker hat heute um 5h früh geläutet. Für Richensa mag das normaler Alltag sein – für mich hingegen gibts nur einen triftigen Grund, meinen Hintern zu dieser satanischen Stunde aus dem weichen Bücherbett zu bewegen: Ich geh ins Kino!

Genauer gesagt ins Viennale Frühstückskino.

Das morgendliche Gruselwetter kam wie bestellt. Dichte Nebelschwaden ziehen durch die Straßen, vereinzelte Lichtkegel der Scheinwerfer tasten sich wie nervöse Blindenstöcke durch die Suppe und das eine oder andere grantige Gesicht der ersten Frühschichtler taucht bei der Haltestelle auf, mit Blicken, die von kaum bezwingbaren Mordgelüsten erzählen. Herrlich! Ein Ambiente, dass mir heute die Lust auf den kommenden Filmgenuß nur steigern kann, ich werde mit jeder Minute quietschvergnügter!

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Samstag, 18. Oktober 2008

Bloger in Bedrängnis

Ob das BZÖ im Recht ist, die Domain BZOe.org bzw. BZOe.net eines jungen Lehrlings einzuziehen, mögen Juristen beurteilen.

Dass das BZÖ andere Probleme haben sollte, ist anzunehmen.

Doch eines ist GANZ SICHER: Klug ist das nicht!

Solidarität von der Weihnachtsfrau!

Samstag, 18. Oktober 2008

Heute in Wien, 18.10.08

Samstag, 18. Oktober 2008

a tribute to bad weibs

Samstag Nachmittage sind gut.
Samstag Nachmittage mit den besten Freundinnen zu verbringen ist gut³.
Den heutigen hab ich mit M. und J. verbracht, zwei spannende Frauen mit illustren Geschichten im Repertoire von ‚tiefgründig‘ bis ‚banal auf hohem Niveau‘. Man kann mit ihnen lachen (um nicht zu sagen ‚kudern bis zum Abwinken‘), man kann mit ihnen aber auch in aller Ruhe traurig sein.
Zweiteres kommt jedoch selten vor.
Eines jedenfalls hab ich mit ihnen noch nie erlebt – Langeweile.

M. kenne ich nun schon seit unsere Söhne 1 Jahr alt waren. Nächstes Jahr sind sie großjährig. Wir haben also einige Alleinerzieherinnen-Jahre hinter uns, in denen wir verdammt viele Gelegenheiten hatten zusammenzuwachsen. Ich erinnere mich an Elternabende in der alternativen Kindergruppe, an denen wir es stets am nötigen Ernst fehlen ließen und lieber der sexual incorrectness fröhnten – sehr zum Missfallen mancher braver Väter und Mütter, die das Thema Erziehung aus irgendeinem Grund immer bierernst behandeln mussten. Nein, wir waren wohl oft wirklich kein gutes Vorbild…

Doch mit M. war es möglich spontan zu sein und sich nach Herzen zu amüsieren.
Z.B. als wir an jenem ‚letzten‘ Sommertag 97, an dem wir mit den Kindern jede freie Minute in den Donauauen verbrachten, vernahmen, dass der Sommer nun vorbei sei. Wir waren uns in der kollektiven Uneinsichtigkeit völlig einig und beschlossen kurzerhand noch in der selben Nacht mit meinem schrottigen Peugot den Sommer hinterherzufahren. Sommerende? Nicht mit uns!

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Donnerstag, 16. Oktober 2008

Zita(t)delle

Auwehauwehauweh!
Da hat mich doch kürzlich ein Stöckchen getroffen. Prima Ziel, Monsieur Jebsen! Das gibt ne schöne Beule! Sie sollten bei den nächsten olympischen Sommerspielen antreten – Hammerwerfen oder Kugelstossen vielleicht? Stablauf wär wohl nicht so geeignet…
*sichheulenddieBeulereibend*

Also Zitate sind angesagt …
Nun denn, was haben wir denn da:

„Als ich 14 Jahre alt war konnte ich malen wie Raffael. Es kostete mich ein ganzes Leben, um zeichnen zu lernen wie ein Kind“
Pablo Picasso

„Jetzt hab ich ein Buch verloren!“
Ausruf Balzacs, der liebend gerne vögelte, solange es zu keiner Ejakulation kam. Er glaubte das Sperma käme direkt aus dem Gehirn.
(aus den Tagebüchern der Brüder Goncourt, 30.03.1875)

„Es gibt Dinge, die sind so falsch, dass nicht einmal das Gegenteil wahr ist“
Karl Kraus

„Die meisten Fauen wählen ihr Nachthemd mit mehr Verstand als ihren Mann.“

Coco Channel

„Die Klinge immerfort geschärft bleibt nicht lange Klinge“
Laozi, Dao-De-Jing

„Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen!“
Hannah Arendt

„quack, quack, quack“
Joulupukki Korvatunturi

Tief Luft geholt, Anlauf genommen uuuuund das Stöckchen weitergeworfen Richtung wassiliy, lakritze und NiRAk

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Donnerstag, 16. Oktober 2008

Heute in Wien, 16.10.08

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Heute in Wien, 08.10.08

Dienstag, 7. Oktober 2008

Heute in Wien, 07.10.08

Montag, 6. Oktober 2008

Heute in Wien, 06.10.08

Montag, 6. Oktober 2008

Cobenzl – Wo der Herbst nicht so weh tut…

Der Herbst, so schön er sein kann, riecht für mich doch immer nach drohendem Winter mit einem grauen kalten Tag nach dem anderen, zu wenig Tageslicht, Tropfnasen und unförmigen Menschen in den Öffis – wie Michelin Manderl stapft jeder aufgeblasen in dicken Anoraks und Mänteln rum und ist sich seiner Ausmaße nicht bewußt – grad so wie Katzen, denen man die Schnurbarthaare versengt hat. Die stoßen auch überall an, weil sie nicht mehr wissen, wie breit sie sind…
Doch all die trüben Gedanken sind an einem so sonnigen Herbstsonntag wie heute wie weggeblasen. Und es gibt wohl keinen geeigneteren Ort, den Herbst zu zelebrieren, als am Cobenzl – mit bunten Drachen am Himmel und der ganzen Stadt zu Füßen…

Sonntag, 5. Oktober 2008

Heute in Wien, 05.10.08

Samstag, 4. Oktober 2008

Hamburger Kranballett


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