Freitag Abend Theater – die Qual der Wahl…

Ein Abend im Semper Depot, eine meiner Lieblings-Spielstätten in Wien. Der Hauptsaal, ein einige Stockwerke hoher asymetrischer Raum mit schmiedeisernen Balustraden in jeder Etage erinnert an uralte Studiensäle, die Atmosphäre ist phantastisch!

Doch zu meiner Enttäuschung fand das heutige Stück „Platzen plötzlich“ im 2. Stock statt, in einem Saal, der schrecklich hallte und die SchauspielerInnen nur dann akustisch deutlich vernehmen ließ, wenn diese leise sprachen oder aber ihr Echo in der 3. Schallwelle wieder einholten. Schade eigentlich, handelte es sich doch um ein vielversprechendes Stück: ‚Platzen plötzlich‘ von Gert Jonke, der nicht umsonst Ingeborg Bachmann-, Erich Fried-, Franz Kafka-, Heinrich v. Kleist-, Arthur Schnitzler-, Nestroy- und Georg Büchner-Preisträger ist. Doch was nutzts, wenn man nur jedes 3. Wort versteht? Einzig sein eigener Auftritt (erstmalig) im Stück war irgendwie rührend.

Zeitgleich fand im ORF ein Theater der anderen Art statt: Das T.V. Duell H.C. Strache (FPÖ) gegen Jörg Haider (BZÖ). Oder mit anderen Worten: „Rechts von uns ist nur noch die Wand“ gegen „Ätsch, wir passen noch dazwischen“.

Aus vergangenen Konfrontationen beider Parteien wissen wir, dass die Herrschaften dieser Liga immer für einige Lacher gut sind. H.C. ‚daham statt islam‚ Strache vs. Jörg ‚der kaiser vom bärental‚ Haider, das gabs jedoch noch nie. In der Widerwärtigkeit in der die beiden aus der Ausländerfeindlichkeit der ÖsterreicherInnen ihr populistisch gewürztes braunes Süppchen kochen steht keiner dem anderen nach. Traurig, dass sie dafür auch noch gewählt werden. Aber zumindest die regelmäßigen Peinlichkeiten, die sie dem Publikum bescheren reichen doch an eine gewisse ‚Dumme August‘ Qualität heran.

Da versucht ein Haider noch in Minute 4 leutselig Gemeinsamkeiten herauszustreichen („…na, wir haben uns das letzte mal gesehen bei meiner Redoute in Kärnten, beim Ball, da hat er mich beehrt der Hans Christian, wie Du Dich erinnerst und ein gutes Glas Sekt getrunken…„), worauf ein Strache sich sofort das Du Wort verbietet („… Aber, Herr Haider, ich pflege mit Ihnen seit dem Jahr 2005 das vertrauliche Du-Wort nicht…„) und den BZÖ Spitzenkandidat in einem See beleidigter Vorwürfe badet, Haiders Wangenrot wechselt zusehends ins Magentafarbene, er winkt Strache wie der Pate reloaded mit dem Schicksal Heide Schmidts , bezeichnet ihn als billige Kopie, das einzige Original wäre er usw.
Wir erreichen Minute 10 – schon versumpft 60% der Sendung in Schlammschlacht. Und so gehts weiter und endet als krönender Gipfel der Geschmacklosigkeit als Strache Haider am Ende der Sendung ein Rückgrat schenkt. Bleibt die Frage: War das das Rückgrat eines Schweins oder eines Menschen?

Und was stand heute Nachmittag nochmal in der Zeitung?
Haider: „Ich bleibe sachlich!„.
Strache:“Ich werde höflich bleiben!
SPÖ: „Der beste Grund SPÖ zu wählen: Heute 21:15 ORF2!

Schlußendlich – weils so schön war – nochmal die wohl glorreichste BZÖ Panne eh und je: Peter ‚Hojac‘ Westenthaler präsentiert im TV Duell gegen Alfred Gusenbauer triumphierend einen gefakten Brief an den österreichischen Alpenvereineiner. Als Verfasserin des Briefes >>bekennt sich später die Künstlergruppe „Haben wir denn keine anderen Sorgen“. Oh, du süßes Fettnäpfchen!

3 Responses to “Freitag Abend Theater – die Qual der Wahl…”

  1. Oh, wär er bloß MC geworden! Verschmähte ‚Künstler‘ haben dieses Land schon immer in die Scheiße geritten…
    Dir auch ein schönes Wochenende! :-*

  2. Das hier http://www.youtube.com/watch?v=XACwieQEYB0 darf da natürlich auch nicht fehlen – es lebe MC Strache.^^ Schönes Wochenende Sweetheart 😉

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