Heute in Wien – 13.08.08

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11 Kommentare to “Heute in Wien – 13.08.08”

  1. Jetzt wo dus sagst, erinnere ich mich! Jakob sen. schien ja lange Zeit vom Fluch der Familie befreit zu sein. Für seine mäßig erfolgreiche kaufmännische Karriere brachte er schlußendlich aber sogar noch Glück!

    Das Schicksal nahm an jenem sonnigen Sonntag seinen Lauf, als Jakob sen. mit seinem Sprößling, dem unseligen Jakob-Ferdinand, einen Ausflug zum Grand Canyon unternahm. Silbrig glänzte der Sonnenaufgang am Horizont Arizonas, der Moment wollte für das Familienalbum erhalten bleiben. Der zuletzt etwas kränkelnden Vater-Sohn Beziehung wollte Jakob sen. durch einen Vertrauensbeweis auf die Sprünge helfen. Der Junge durfte die nigelnagelneue Agfa ISO Rapid – für die Jakob die Hälfte seines mikrigen Gehaltes verprasste und sich in Folge der Ungnade seiner Frau (2 Monate Liebesentzug) zuzog – alleine bedienen. Jakob-Ferdinand wußte die Ehre zu schätzen, sein Vater sollte das schönste Foto erhalten, dass die Welt jemals erblickt hatte. „Ein bisschen nach links … nein, nun verdeckst du die Sonne … wieder ein Stückchen zurück … noch ein Stückchen … ja … ein bisschen noch! So passt es!
    *Klick*

    Das Foto sollte später die perfekte Dämmerungsidylle zeigen. Noch immer hängt es an Jakob-Ferdinands Zimmerwand in der Klinik. Nur wer genau hinsieht erkennt am unteren Rand noch leicht vergilbt den Haarschopf seines Vaters. Der Hang war für Jakob sen. Gewicht einfach zu schütter … wollte die biergetränkten Massen nicht tragen. Das wäre Jakobs Ende gewesen und doch … in gewisser Hinsicht war es auch sein Neubeginn. Zu seinem großen Glück blieb er doch mit dem linken Augenlid am Kletterhacken eines jungen Havasupais hängen. Das Auge ploppte mit einem Laut, der Jakob sen. entfernt an öffnende Kronkorken erinnerte raus und kullerte den Abhang runter. Es wurde nicht mehr gefunden, vermutlich endete es im Magen eines hungrigen Kojoten. Das Augenlid jedoch dehnte sich und hielt. Welch glorreiche Rettung!
    Die Dehnung seines Augenlides ging indes nie mehr ganz zurück, doch seine pragmatische Gattin wickelte es kurzerhand um Jakobs Kopf. Jakob sen. neuer Look wurde im Amerika der 70er Jahre prompt zum letzten Modehype, die Geburt des Schweißbandes als Modeaccessoir hatte geschlagen, der Merchandising Verkauf brachte Millionen und machte Jakob sen. schlußendlich doch noch zu einem reichen, angesehenen Mann. Einzig das Glasauge, dass er nun – wie Frieda – bis ans Ende seiner Tage tragen musste, trübte sein Glück ein wenig…

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