Mein Arbeitskollege D. wünscht sich von unserer Finanzministerin Dr. Maria Fekter eine Auskunft …
Zugegeben – sich von Wirtschaft & Politik klare Aussagen zu wünschen zeugt von goldigem Optimismus.
Die Antwort, die er bekam, riecht aber schon schmerzlich deutlich danach, den lästigen Bürgerpöbel mit Serienbriefschnipsel abschütteln zu wollen.
Aber vielleicht tut sich der Herr Magister im Bundesministerium für Finanzen ja auch einfach nur schwer mit sinnerfassendem Lesen:
Sinnerfassung negativ
RED ENDLICH, Herrgottnochamal!
Ein katholischer Priester, der im Streit um die Massenabschiebung von Roma in Frankreich für einen Herzinfarkt von Staatschef Nicolas Sarkozy gebetet hatte, hat sich für sein Verhalten entschuldigt. „Ich bedauere meine Äußerungen“, erklärte Pater Arthur gestern Abend. Er wolle nicht Sarkozys Tod, er wolle lediglich, „dass Gott zu seinem Herzen spricht“.
(Quelle: ORF Online)
startschuß für die wahlplakatguerilla
Kürzlich sagte jemand zu mir “man sollte eigentlich was mit diesen Plakaten machen“, als wir an einer Reihe populistischer Demonstrationsobjekte blauäugiger Einschleimkultur vorbeiradelten. Das HC Marketing versucht es heuer mit weniger offensichtlichen Entgleisungen, Slogans a la “Deutsch statt ‘nix verstehen’” wird man in der neuen Sujetlinie vergeblich suchen.
Mein rechter, rechter Platz ist frei …
Der gewöhnliche austriacus mediterraneus ist schon ein armer Hund, wenn ihm die Lust auf Meer packt. Als seichte Ersatzdroge bietet sich da nur der schlammig braune Neusiedlersee an. Na gut, dafür reicht es in den Zug vor der Haustür zu steigen und 60km nach Osten zu fahren, dafür nehm ich doch gern alle meine Phantasie zusammen und halte so einen Steppensee für den reinsten Ozean.
Ich setz mich ans Ufer und sehe zu den Nachbarn am anderen Ende des Sees rüber. Da drüben, da wo nichts mehr Meer ist, dort ist Ungarn. Die massiven Gewitterwolken über mir wirken symbolisch für das, was sich am anderen Ende des Horizonts gerade ereignet: Ungarn wählt.
Am Ende dieses Tages wird sich das Land nicht nur auf der Landkarte weit rechts von uns befinden. Fast 3/4 des Landes sehen ihre Optionen nur mehr zwischen fast rechtsradikal bis ohne Zweifel rechtsextrem. Die Krise hat Ungarn schwer geschüttelt, die Sozis an der Macht werden teils verdient, teils willkürlich abgestraft und Fidesz braucht nicht mehr zu tun, als die Hand aufzuhalten und Wahlstimmen einzusacken. Wen kümmerts, dass die Partei außer einem narzistischen Personenkult und einer Handvoll markiger Sprüchlein eigentlich nur mit vollständiger Lösungsabstinenz glänzt? 52,73% zumindest mal nicht. Und weiteren 16,67% sind die Sprüchlein offenbar noch immer nicht geschmacklos genug. Armes Ungarn …
Doch – was soll schon passieren? Solange nicht die Katastrophe eintritt und Orbán im Größenwahn die Grenzen der Demokratie aufhebt nicht mehr, als eine traurige Epoche in der Geschichte unserer Nachbarn. Bei der nächsten Wahl wird rechts abgestraft und das Pendel wieder nach links ausschlagen. Zu festgefahren ist der Karren, welchen Spielraum hat die Politik da schon? Ein paar Posten schachern, ein paar Gesetze verbrechen … der Rest wird von der Wirtschaft gesteuert. Da reduziert sich jegliches Coleur auf reine Kosmetik und die Wahlstimme auf eine symbolische Aussage. Die aktuelle ungarische Kosmetikindustrie riecht halt ein wenig streng …
Schubhäftling für einen Abend
Der Wiener Justizpalast stand bislang in meinem Leben zwei mal im Mittelpunkt von Berichten, die mich tief bewegt haben. Bis vorletzte Woche war mir dabei – ein schändliches Geständnis! – noch nicht einmal bewußt, wo sich dieses Gebäude in Wien befindet. Aber dazu später …
Ireland needs Europe – Europe needs Ireland
3 Tage in Dublin, noch dazu als Geschäftsreise, sind eigentlich eine Schande für einen ersten Besuch auf der grünen Insel. Kaum was gesehen, kaum ein Eindruck von der Stadt gewonnen. Nur ein Hauch. Ein Hauch grau, ein Hauch naß, ein Hauch kalt. Ein Hauch Financial District mit Glas und Stahl und kühler Eleganz. Und ein Hauch Krise dazwischen …
Schon mit dem flinken, kleinen Taxifahrer, der mich vom Airport zum markanten Ulster Bank Building führt, gleitet das Gesprächsthema schnell hin zur Wirtschaftslage. Die des Landes und seine eigene. Er schätzt seine Umsatzeinbußen auf ungefähr 40% ein. Mit dem Rest muss er versuchen sein Auskommen zu finden. Ob die Banker (“those gamblers!” nennt er sie und ballt seine zarte Hand dazu zu einer irischen Faust) aus der Krise etwas lernen? Wir schütteln beide im stillen Einverständnis den Kopf. “It’s all about profit, profit, profit …“, murmelt er dabei traurig vor sich hin.
Europawahlbühne für Rattenfänger
Seltsamerweise bekommen wir in letzter Zeit nur von einem Politiker Wahlwerbung zugeschickt, nämlich jenem mit den parteiblauen Augen und der Zahnpastagrinsekatzevisage. Kurzum: Von jenem meiner Landsmänner, dem ich nicht einmal die Uhrzeit glauben würde: Herrn H.C. Bumsti Strache (“Wir haben doch nur Paintball gespielt“).
Über den Umgang mit der Geschichte in Österreich
Wie sensibel mein Heimatland mit der Geschichte umgeht, zeigen derzeit wieder die Rattenfänger von der RechtVonUnsIstNurNochDieWand Abteilung FPÖ, die aktuell den ‘drohenden’ EU Beitritt Israels zum Wahlkampfthema erheben. Ist ja auch ein schöner Köder um die antisemitischen Ressentiments der Österreicher und Österreicherinnen einzufangen. Mir wird bei derlei Bedienung niedriger Beweggründe wiedermal nur schlecht.
Aber wo keine Geschichtsaufarbeitung, da darf man sich auch nicht wundern, dass “Politiker” mit solchen Touren durchkommen und auch noch Erfolg haben. Ich lebe schließlich in einem Land, in dem keiner mit der Wimper zuckt, wenn z.B. nach wie vor der honorige Walther Kastner Preis ausgeschrieben wird, der als einer der bedeutendsten Preise im Bereich des Banken und Gesellschaftsrechtes gilt.
The Unterolberndorf Manifesto
Preisfrage:
Das Unterolberndorfer Programm ist …
a) ein Programm zu Förderung der Weinviertler Jugend-Blasmusikkapellen
b) eine Initiative zur Eindämmung der massiven Landflucht Niederösterreichs
c) die Verfassung von Uganda
Triviales + Dummheit = Kollateralschaden
Nun denn, zur Abwechslung mal eine Parlamentsrede, die wirklich das reinste Vergnügen bereitet. Van der Bellen (Grüne) erteilt Strache (FPÖ) Nachhilfe in Arithmetik:
thanks@PoP Prof.Liesl und VdB for inspiration





