Heute in Wien, 31.5.2011
bio:fiction, ein Ausflug ins Unbekannte
Mitte Mai durfte ich die Gelegenheit wahr nehmen aus meinem normalen Arbeitsalltag auszubrechen und für das bio:fiction Festival im Naturhistorischen Museum zu arbeiten. 2 Tage, die mich nachhaltig beschäftigen und mit einer Thematik vertraut gemacht haben, der gegenüber ich bislang nur negativ eingestellt war, nämlich der synthetischen Biologie.
Synthetische Biologie ist bislang selten mehr, als ein Schlagwort. Zu neu ist die Materie, zu unbekannt, zu futurustisch. Im Grunde geht es dabei um das Undenkbare schlechthin: künstliches Leben schaffen, lebende Organismen konstruieren, Gott spielen. Allein bei dem Gedanken bekomm ich eine Art blasphemischer Gänsehaut und habe das Bild von Kindern vor Augen, die mit Atombomben spielen, als wären es Wasserbomben. Soweit spricht mein Bauchgefühl also eine klare Sprache.
Aber hatten nicht auch die Gegner der Eisenbahn ein klares Bauchgefühl, als sie die rauchenden Wunderwerke der Technik als Machwerk des Teufels und Tunnels als Pforten zur Hölle anprangerten? Andererseits gab es natürlich auch jene Auswüchse der Technikanbetung, die in den Schuhläden zu Wunderkästen führten, die mittels freier Röntgenstrahlung überprüfen ließen, ob der Schuh passt. Tumorgarantie inklusive. Bin ich also die rückschrittliche Lokomotivenächterin oder die naive Fußröntgenfetischistin des 21. Jahrhunderts? Dem gilt es auf die Spur zu kommen…









