Irgendwie geht mir das in der Einheits-Euro Zone schon gewaltig ab – fremdes Geld in der Hand haben, umrechnen, sich langsam an die Preise gewöhnen, das Gefühl haben reeeeich zu sein, bloß weil so viele schöne Nullen auf den Scheinen kleben oder aber … reeeeich zu sein, weil so mickrige Preise an den Waren angeschrieben sind.
Das alles gehört doch irgendwie zum Reisen dazu.
In meinen Sturm- und Drang Zeiten in Lima war das besonders amüsant. Da konnte man den Nullen bei der Vermehrung zusehen. Sie wurden einfach dazugedruckt, um der galoppierenden Inflation hinterherzueilen. Und wenn der Platz für Nullen ausging, wechselte man halt kurzerhand die Sprache und strich die Nullen wieder. Mal hieß die Währung Sol, mal Intis. Beides ‘Sonne’ auf Spanisch oder Quetchua.
In Island war Ragnheiður meine Freundin. Die Frau mit dem phänomenalen Hut (reif für Ascot!) gabs für günstige 28,70 beim Bankomaten, sie war immer da, wenn man sie brauchte. Ragnheiður, die gute Bischofswitwe aus dem 17. Jhrd, war bekannt für ihre schönen Stickmotive. Ja, kleine Länder bringen nun mal nicht so massig viele Helden heraus, wies Geldscheine gibt. Da bringt ein schönes Stickmotiv schon Ruhm und Ehre ein. Und viele schön gestickte Geldscheine, wie man sieht …
Bless, Ragnheiður! Und lass Dich nicht unterkriegen von der EU!

