
Island, wandern im Trollland
Dienstag, 28. Juli 2009Dass in Island die Saga und Mythenwelt besonders phantasiereich ist, ist bekannt. Wer durch die Landschaft der Halbinsel Snæfellsness wandert, versteht den Ursprung dieser Geschichten schnell.
Dafür hätten wir uns die Elfenschule in Reykjavik theoretisch auch sparen können. Obwohl – nein! So ein skurriles Erlebnis darf man nicht verpassen. Oder wie unser Freund A. die Ausführungen des schrulligen Elf-Teachers Magnus so schön zusammenfasste: „Also gut, Freunde. Nüchtern betrachtet ziehen wir unter das Elfenstudium jetzt einen dicken Strich und schreiben fett Schwachsinn drunter. Aber GUUUT wars!“
Na, jedenfalls sind wir jetzt sensibilisiert genug, uns bei jedem größeren Felsen und jedem Stückchen Moos erstmal zu entschuldigen, bevor wir es vorsichtig betreten. Man kann schließlich nie wissen, ob da nicht gerade das Feriendomizil einer Elfendame oder der große Zeh eines Trolls drauf war, der uns dann verflucht und hinterher wettert. Oh ja, sowas kann schwer ins Auge gehen und bringt lebenslängliches Unglück.
Andererseits scheinen diese Fabelwesen jenen Menschlein wohl gesonnen, die achtsam mit der Natur umgehen. Und vielleicht ist ja auch nicht zuletzt der (Aber?)glaube der Isländer Ursache für die reiche und ursprüngliche Landschaft der Insel? Ich möchte mir jedenfalls nicht herausnehmen, den Glauben an Elfen, Trolle, Naturgeister und Hidden People zu belächeln, wenn er im Endeffekt einen weiseren Umgang mit unseren Planeten zum Ergebnis hat, als es die ganzen schlauen wissenschaftlichen Errungenschaften der zivilisierten Menschheit bisher zustande brachten. Da halte ich mich doch lieber an die 80% der Isländer, die sich im sicheren Mittelfeld der Trollagnostiker ansiedeln.
Und dann wär da natürlich noch die Peter Pan These: Existieren diese Wesen vielleicht gerade nur deshalb, weil man dran glaubt? Und krepieren qualvoll unter der Lupe der nüchternen Wissenschaft? Kein Wunder, dass Magnus phasenweise wie Thor persönlich gegen die Aufklärung wetterte. Na ja, Magnus, so weit wollen wir nun mal nicht gehen. Aber wie wärs mit einer kleinen Symbiose? Halten wir uns doch ruhig unsere Hauselfen und Waldschratte und setzen gleichzeitig auf die wissenschaftlichen Errungenschaften der Bioenergie, schärfen unser bisschen Hausverstand zur Müllvermeidung und gesunden Ernährung. Was spricht dagegen? Macht das Leben doch nur reicher.
Aber zurück zur Landschaft des Snæfellsness, die mich in diese Gedankenschwurbel fallen ließ…
Wir wandern eine gute Stunde durch bizarre Lavafelder, die immer wieder durchsetzt sind durch tiefe Löcher und Höhlenformationen.
Farne, Moose und Flechten nehmen die schwarzen Felsen ein. Man sieht ihnen die Jahrhunderte an, die sie dafür benötigen, spürt sie, wenn man das Moos sanft drückt. So weich und dick, dass es gute zehn Zentimeter nachgibt.
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Zunehmend fällt meine Aufmerksamkeit auf dieser Wanderung auf die unglaubliche Vielfalt an Blumen und seltsamen Gewächsen. Den BotanikerInnen unter Euch geb ich mal den Auftrag die folgenden Fauna Exemplare zu bestimmen. Die richtige Bezeichnung ergänze ich dann mit Vergnügen.
In der Zwischenzeit erfreue ich mich noch ganz unbedarft an dem Anblick …















