Heute in Wien, 28.06.09
Aunt Mary with the silver knee
Das Verhältnis zu meiner Mutter gestaltet sich ja üblicherweise als ziemlich schmerz- und konfliktreich. Doch hin und wieder gibt es dann doch goldene Momente trauter Gemeinsamkeit, die heilsam wirken und irgendwann einmal hoffentlich jene sind, die in der Erinnerung erhalten bleiben und viele andere verblassen lassen.
So einer war der gestrige Nachmittag, an dem wir gemeinsam über Bergen alter Fotoalben saßen. Fotos aus ihrer Kindheit am Nußdorfer Bahnhof, wo mein Opa (der mit dem charismatischen Blick) Bahnhofsvorsteher war und die glücklichsten Momente meiner Mutter das gemeinsame Weichenstellen mit dem Papa darstellten. Fotos von Opa und Oma als Statisten beim Sissi Film, meine Mutter an der Seite des jungen Karl Heinz Böhm, mit dem alten 60er Jahre Volvo auf Reisen durch Österreich, der erste Urlaub in Rimini …
Das traurige Ende des Italo Machos
Wie auch Herr Kraska bemerkte, trieb es mich geschäftlich ins gut betuchte Mailand. Jener Stadt, in der man zwangsläufig auch in seiner besten Garderobe immer noch so heillos underdressed daherkommt, wie der weltfremdeste Wald- und Wiesenbauer beim Opernball. Und wie jenem war es mir herzlich egal. Schließlich war ich nicht zum Flanieren hier, sondern um mich um Firmenangelegenheiten zu kümmern.

Nun durfte ich in Mailand eine Berufserfahrung der etwas anderen Art machen, eine Nuance Science Fiction lag in der Luft. Unser zweitägiges Meeting bestand nämlich aus einer ungewöhnlichen Zusammensetzung: Fünf Frauen und ein Mann.






